Montag, 25. Januar 2016

Werkstattnotizen - 3

Zum Nirgendwoland


Der Stoff erweist sich schwieriger als anfänglich gedacht, denn es ist nicht damit getan, alle gesellschaftlichen Strukturen aufzubrechen. Die menschliche Natur müsste vor allem umerzogen werden, dass sie nicht mehr nur auf sich polarisiert, sondern bereit zur Selbstaufgabe ist. Das widerspricht in gewisser Weise aber dem Selbsterhaltungstrieb. Worum geht es im Nirgendwoland:

Nach dem zweiten Weltkrieg bestand in Deutschland die einmalige Chance eines gänzlichen Neubeginns. Eine Republik aufzubauen, ohne Parteienapparat oder jeglicher Bevormundung, in strikter Selbstverantwortung der Bürger. Solch ein Versuch wird hier gewagt und das Land nennt sich nach den Stammvätern (die Familie der Protagonisten trägt symbolisch denselben Nachnamen) Germanische Solidarische Republik. Während das Land wenig später an diesem Versuch scheitert und eine Partei doch wieder Verantwortung und Führung übernimmt, bleibt im vom Tagebau nahezu isolierten Kremmlau die erdachte Ordnung bestehen. Der Ort versucht seine Eigenständigkeit zu bewahren und unternimmt dazu einige wesentliche Neuerungen. Es wird unter anderem ein Ablass eingeführt, der aus Gewinn und uneigennützigen privaten Spenden besteht, usw. usf..

Ein Gedankenkonstrukt, wie es hätte sein können, am Rande eines riesigen Tagebaus, der symbolisch alles Leben verschlingt, um aus seiner Nutznießung den Fortschritt ein Stückweit, ja in welche Richtung zu bringen?

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