Mittwoch, 2. März 2016

Werkstattnotizen - 7

Abgesang zum Nirgendwoland

Was wollte ich mit diesem Buch erreichen? Einfach und auf einen Nenner gebracht, vergnügt zum Nachdenken anregen.
Nachdenken darüber, was Europa in der Gegenwart einholt, nachdem man betulich die Vergangenheit und die aus ihr resultierenden Folgen ignoriert hat. Ein Großmachtstreben auf der Basis weltweiter Reichtümer, die in den Fortschritt einiger weniger Länder des Nordens geflossen sind, während die übrige Welt nur vom Teilen oder Anteil nehmen träumen durfte. Anstatt den immer weiter wachsenden Gewinn dort einzusetzen, wo eifriges Streben den Boden als Lebensgrundlage einer Landbevölkerung auslaugte, sucht man den Fortschritt auf eine unsinnige Weise auszuweiten, der schlussendlich Menschen hinterlässt, die kaum mehr schreiben und lesen können. Das verursacht eine fatale Angleichung der Fähigkeiten unter der Weltbevölkerung, nur dass 80 % davon zudem noch hungern müssen, während die übrigen 20 % von Nahrungsmitteln überschwemmt werden. Gemeinsames Handeln ist hier die einzige Lösung eines Problems, das in einer neuen Völkerwanderung auf die fortschrittlichen Länder des Nordens zukommt. "Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen", hat Goethe einst in seinem Faust geschrieben und uns mit diesem Satz zu einer schwerwiegenden Schlussfolgerung ermahnt. Wir hätten stattdessen besser prüfen sollen, welches Erbe wir übernommen und sollten schon vor langer Zeit darüber nachgedacht haben, dass wir gemeinsam unsere Erde bewohnen.

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