Donnerstag, 10. November 2016

Gedanken - 3

Eine Denkschrift

Es drängt sich mir die Feder für eine Denkschrift zu spitzen, nachdem ich gestern erstmals auf die Seite der Lovelybooks zu den besten Büchern gestoßen bin. Welche eine Fülle an Büchern überschwemmt da den Markt, dass ich mich verwundert frage: Wem nützt das noch? Wer kann da die Übersicht behalten? Wozu die Fülle und riesige Auswahl? Wenn man mal ein Zeitchen für die Lektüre von Thomas Mann „Betrachtungen eines Unpolitischen“ widmet, worin er u. a. über die Verantwortung von Veröffentlichungen schreibt, dann stellt sich mir die Frage, sind wir Autoren uns mit der Preisgabe von Persönlichem, dieser Verantwortung bewusst, denn Persönliches steht in der Vielzahl der Fälle für das, was Autoren mit ihren Texten einbringen. "Zeitdienst", schreibt Thomas Mann weiter, "sagte ich, hätte ich geleistet, indem ich dies Buch schrieb, indem ich gewissenhafter- oder pedantischerweise die von der Zeit aufgewühlten, aufgewirbelten Gründe meines Wesens in gebundene Sätze wieder „niederzulegen“ suchte. Aber mancher, nachdem er von den folgenden Kapiteln Kenntnis genommen, wird urteilen, ich hätte der Zeit damit auf recht fragwürdige Art, …“gedient“ …". Es ist dies ein Bekenntnis, das von persönlicher Verantwortung spricht, die wir Heutigen eher einmal mehr bedenken sollten, wenn wir ein Buch veröffentlichen wollen. Ein solches fordert Zeit von unseren Lesern und gibt Gedanken preis, die weniger der Unterhaltung als dem Nachdenken dienen sollten. So etwas hat die Gesellschaft nötig, denn mit dem Spass, wie es ein jüngstes Wahlergebis und viele andere Ereignisse auf diesem Erdenrund zeigen, ist es langsam aber sicher vorbei.

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