Samstag, 3. März 2018

Gedanken - 5

Meinung zur Zeit

Immer wieder erscheinen Bücher, in denen unsere Zeit analysiert wird. Aber es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das ständig angestrebte Wachstum, eine Grundbedingung der Marktwirtschaft, den Untergang der Menschheit bewirkt. Immer mehr Arten sterben dafür aus, weil der Mensch den Lebensraum auf der Erde für sich und seine Bequemlichkeiten beansprucht.
Die Zeit ist reif und längst überfällig, dem Menschen ans Herz zu greifen, dass er endlich versteht, was die Natur tagtäglich auf diesem Erdenrund zu erleiden hat. Nur wenn etwas schmerzhaft das Wesen der Menschen angreift, beginnt er wirkungsvoll darüber nachzudenken. Aber das ist wohl das Schwierigste mit der menschlichen Natur, sie erziehen zu wollen. In diesem Wort steckt das Verb „ziehen“, und das ist auf die persönliche Freiheit des Einzelnen bezogen das Problem an der Sache. Die Menschen haben sich dank der gesellschaftlichen Möglichkeiten zu selbstbewussten Individuen entwickelt, die sich ungern vorschreiben lassen, was sie zu tun und was sie in ihrem Lebensinhalt zu verändern haben. Aber wenn der bisherigen Wachstums-Entwicklung Einhalt geboten werden soll, muss gerade an der Psyche der Menschen eingehakt werden, dass sie sich in ihren Gewohnheiten auf „weniger ist mehr“ umstellen. Nur festzustellen, dass Wachstum den Untergang bedeutet reicht nicht aus, denn es interessiert im Grunde genommen keinen, weil die Auswirkungen des heutigen Tuns in der Zukunft liegen, einer Zeit, die wir alle, bis auf unsere Enkel vielleicht, nicht mehr erleben werden.
Schreibt man hingegen ein Buch über die Machenschaften der Marktwirtschaft (s. Projekt anbei) und versucht Lösungsansätze zur mentalen Veränderung der Menschen aufzuzeigen, interessiert das keinen Verlag und man muss auf einen Druckverlag zu eigenen Kosten ausweichen, dass wenigstens ein paar Leser erreicht werden. Der Hauptgrund dafür ist, dass auch bei den Verlagen die Gesetze der Marktwirtschaft greifen, es muss sich rechnen lassen, so dass mit kritischen Texten kaum ein Leser hinter dem warmen Ofen hervorgelockt werden kann. Und so drehen wir uns im Kreise eines Strudels, bis sich vielleicht irgendwann ein mutiger Verleger findet. Bis dahin beschäftigen wir uns mit der Regierungsbildung, den Fahrverboten für Dieselautos, Börsennotierungen und natürlich Neuerungen in der Mobilfunkbranche. Themen, die zeitgemäß sind und die von den notwendig mentalen Veränderungen ablenken aber zugleich zur Verfestigung des bestehenden Glaubens an die Marktwirtschaft beitragen.

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