Dienstag, 8. Mai 2018

Werkstattnotizen - 30

Das Projekt ist beendet und eine erste Rezension liegt bereits vor.
Zusammenfassend noch einmal zum Anliegen:

Mit dem Lion-Projekt, will ich aufzeigen, welche Lösung es zu den Problemen gibt, die die Marktwirtschaft weltweit verursacht. Es sind die Gedanken der Menschen, ich heiße sie in diesem Buch das Monstrum, dem die Menschen hörig sind und das zu unsäglicher Gier verleitet, die unsere Gesellschaft dem Untergang weiht. Niemand kann das ändern oder verändern, als jeder für sich selbst, indem wir unsere Gedanken erziehen. Die Politik ist dazu nicht in der Lage, denn sie ist nur der Handlanger jener Lobbyisten der Pharma- und Autoindustrie und wie sie alle heißen. Sie, die nie schöpferisch sondern nur beratend arbeiten, scheffeln sich Kraft ihre selbsternannten "Befugnisse" aus diesem System Vergünstigungen, Vergütungen und Pensionen in die eigene Tasche, wovon die arbeitende Bevölkerung nur träumen kann. Das sie das nicht ändern wollen, liegt wohl auf der Hand. Und die Industrie, deren Handlanger sie sind, unterstützt sie kräftig dabei.
Jeder Mensch sollte beginnen, seine Bedürfnisse und Gedanken auf die Probe zu stellen und zu hinterfragen, dann könnte man vielleicht etwas bewegen. Wie jener Ausspruch, ich weiß nicht von wem er stammt, Brecht möglicher Weise, es ist Krieg und niemand geht hin. Oder neuzeitlich, es werden hochfunktionelle Autos gebaut und niemand will sie haben.




Kapitel 6 - Marion Wohlebe - Zurück zur Natur

30. August 2018

Das Projekt ist beendet. Und wer mag, kann das Buch als Privatdruck über meine Email-Adresse harald.kugler@web.de bestellen. Er sollte dann nur etwas Geduld mitbringen, denn ich habe nicht so viele Exemplare auf Lager. Verlage und Agenturen wurden auch kontaktiert, doch dauert es bei ihnen in der Regel mehrere Wochen, bis sie eine Entscheidung getroffen haben. Meist aber, melden sie sich erst gar nicht mehr.
Wir werden sehen und dann vielleicht ernten.
Besten Dank an alle 280 Interessenten, die das Entstehen dieses Projektes beobachtet und begleitet haben.

26.August 2018

Monique Sabewa im Gespräch mit Marion Wohlebe

Kenia erteilt nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Genehmigung zu einem Daueraufenthalt in seinem Land. Dazu gehört auch der Nachweis von Kapital.
Es regelt damit in erster Linie das Auskommen der eigenen Bevölkerung und so ist es für Einwanderer zum Beispiel äußerst schwierig, eine Arbeit zu bekommen, die auch von der eigenen Bevölkerung verrichtet werden kann. Und es kann gar passieren, dass einem Neuankömmling später eine Arbeitsstelle gekündigt wird, weil sich eigenes Personal dafür gefunden hat.
Was den Flüchtlingsstrom weltweit anbelangt, so werden ihn die reichen Länder Europas und anderswo nicht mit Zäunen verhindern können. Verzweifelte Menschen finden immer einen Weg und nutzen die übelsten Schlepperangebote, wenn damit auch nur ein Fünkchen Hoffnung verbunden ist. Sich davor die Augen zu verschließen, heißt sich selbst zu belügen und die aufkommenden Probleme einfach der nächsten Generation zuzuschieben. Vielen Menschen geht es in ihren Ursprungsländern schlecht bis sehr schlecht und unerträglich. Dann sehen oder hören sie durch die digitale Verbreitung der Kommunikation, wieviel besser es sich in den Industrieländern leben lässt und sie machen sich auf den Weg. Und wenn sie gar noch gerufen werden, nimmt der Zustrom gewaltige und nicht mehr beherrschbare Ausmaße an. Dieses Ansinnen, dass in einem Land jeder willkommen ist, der irgendein Problem im eigenen Land benennen kann, ist frevelhaft bis unverantwortlich. Aber dieser Ruf gilt einfach nur billigen Arbeitskräften oder fehlenden Fachleuten, zu Zwecken, die die Menschen in den Industrieländern nicht mehr machen oder schaffen wollen. So ein Verhalten ist einfach abscheulich. Und es wird höchste Zeit für ein Umdenken, will daraus nicht in einigen Jahren eine katastrophale Völkerwanderung entstehen. In den Ursprungsländern dieser Menschen ist längst Unterstützung durch die reichen Staaten erforderlich, dass dort eigene Industrien von hohem Wert entstehen, das heißt, dass man diesen Ländern endlich das zurückgibt, was man ihnen viele Jahrzehnte lang entzogen oder entnommen hat. Das ist der einzige Weg, mit dem eine weltweite Katstrophe verhindert werden kann. Es ist allerdings die Politik, die das verhindert, weil sie längst von einer Lobby durchdrungen ist, die ihre Interessen zu wahren sucht. Und so ist es in Deutschland, wie in den anderen Ländern auch, eine vordringliche Aufgabe der Bevölkerung, ihre Vertreter neu zu wählen.
Solch eine Regelung, wie in Kenia, dass man Kapital nachweisen muss, um einwandern zu dürfen, wird es in den Industriestaaten zurzeit, der willigen Arbeitskräfte wegen, nie geben. Das Kapital hat dort längst die Vernunft aufgefressen und den Sehnerv zerstört, so dass die Gesellschaften wohl blind auf einen Abgrund zu schlittern.
Die benannten Ungerechtigkeiten sind vielerorts bekannt, doch den regierungsführenden Parteien sind von einer starken Lobby in der Industrie die Hände gebunden und sie suchen inzwischen verzweifelt um Schadenersatz, indem man Flüchtlinge aller Herren Länder aufzunehmen sucht und sie an den sozialen Errungenschaften teilhaben lässt. Das stößt nicht immer auf das Wohlwollen der Bevölkerung, die sich um ihre erarbeiteten Pfründe von Zugezogenen betrogen sieht. Da ist bei ihnen noch viel Erklärungsarbeit notwendig. Denn, jedes Handy was sie benutzen, Soja oder Öl, das sie kaufen, beinhaltet Rohstoffe, die meist von weit herkommen und in ihren Herkunftsländern für Brachen und Rodungen sorgen und damit Heimat zerstören. Und das alles zu einem Arbeitslohn, für den der Deutsche am Morgen nicht einmal das Bett verlassen würde.



24. August 2018

Die Afrikanerin Monique Sabewa tritt in Erscheinung und wird das Leben von Marion Wohlebe grundlegend in eine andere Richtung führen, nachdem sie von der Gemeindeverwaltung den Bescheid erhalten hatte, dass demnächst eine Seilbahn über ihr Gehöft führen wird.


19. August 2018

Das, den technischen Errungenschaften, Überlassen von geistigen Fähigkeiten, ihre Manipulation durch die Medien und die Werbung, verändert den Menschen als Individuum und macht ihn zu einem Summividium, einem Wesen, dass sich kaum mehr von anderen unterscheidet. Gleichlautende aufoktroyierte Bedürfnisse, Gewohnheiten und Gegebenheiten sind im Entstehen begriffen und Technikfreundlich, weil die Automation zusehends die Führung im Leben übernimmt. Gefühle kann ein Automat nicht entwickeln, so sehr sich Wissenschaftlicher auch um die Nachbildung eines menschlichen Gehirns bemühen. Für ihn, den Automaten, gilt ein Menü, bestehend aus den Ziffern Null und eins. Dahinein wird der Mensch mit seinen Bedürfnissen gepresst und er ist noch stolz darauf, wenn ihm eine APP auf seinem Smartphone immer mehr Dienstleistungen und Entscheidungen abnimmt. Wozu bedarf es da noch lebendiger Gedanken.

15.August 2018

Der Weg, den wir mit meiner Therapiezelle einschlagen, zurück zur Natur, ruft, wie ich während meiner Stunden erfahren habe, bei vielen Teilnehmern Erinnerungen an „Früher“ wach. Die Sehnsucht nach Geborgenheit, spielt dabei eine große Rolle. Wenn die Landstriche entsiedelt werden, weil sich alles immer mehr auf die Städte konzentriert, geht immer öfters der Blick zurück, als am Morgen noch der Hahnschrei den Tag begrüßte oder man in seinem häuslichen Garten beim Frühstück dem Vogelgezwitscher lauschen konnte. Die Familien lebten bei sich und zusammen mit Jung und Alt, wo jeder seine Aufgabe hatte und die Alten noch die Alten und nicht die Pflegebedürftigen waren. Die fortschreitende Zivilisation hat dafür gesorgt, dass die Menschen im häufiger ein langes Leben erreichen, aber haben sie auch Freude dabei oder sehnen sie sich nach natürlicher Ruhe. Diese Empathie geht mit den Jahren und der Zeit, in der wir uns befinden, verloren. Zu sehr sind oder werden die Menschen von ihren eigenen Problemen um die Selbstversorgung vereinnahmt. Und die Konsumtionslüge tut ihr Übriges dazu, die Menschen zu verunsichern und pausenlos zu beschäftigen.

Kapitel 8 - Brigitte Niels - Tagebuch einer Alltagsgeschichte (Gedankenlesen)


09. August 2018

Brigitte lernt Victor kennen und lieben
Als mir Victor schwärmerisch von seiner Leidenschaft zu den Büchern berichtete, nahm ich das nur kleinlaut zur Kenntnis, denn Scham hatte mich erfasst, dass ich so unlustig mit den Büchern umging. Mich interessiert nur der Inhalt, während Victor in einem Buch, wie er mir begeistert versicherte, ein Gesamtkunstwerk sah, bei dem Inhalt und Form, Ausdruck und Eindruck ein Gefühl für die Bücher vereinten, dem Ehrfurcht und Sympathie gleichermaßen anhafteten. Wenn Victor über Bücher sprach, dann bekamen seine Augen einen Glanz und seine Worte eine Geschmeidigkeit, wie sie nur einem Liebhaber eigen sind. Es mag albern klingen, aber als ich seine Begeisterung für die Bücher vernahm, fühlte ich, wie sich Eifersucht in meiner Seele bildete, dass mir die Bücher den Mann und seine mir zustehende Aufmerksamkeit nahmen und ich für einen Augenblick den Verstand darüber verlor.

Kapitel 7 - Caspar Osch - Die Wiege einer Literatur (Gedankenspeicher)

05. August 2018

Caspar findet Trost durch einen Artikel von Marion Wohlebe in dem es unter anderem heißt:
‚Es steht geschrieben, dass Konfuzius einmal mit dem alten Lao-Tse zusammengetroffen sei und mit ihm gesprochen habe. Danach war er zu seinen Jüngern zurückgekehrt und habe ihnen gesagt, die Gedanken des Lao-Tse seien so tief und seine Lehre so hoch, dass sie ihn mit Ehrfurcht und Schrecken erfüllten, er aber zu klein sei, um sie richtig zu verstehen. Diese Anekdote enthebt jeden Chinesen der Pflicht ihn zu verstehen, ihn aber gleichzeitig als den tiefsten Weisen zu ehren.‘

29.Juli 2018

Caspar verfasst in Adaption zu Oscar Wilds "Das Bildnis des Dorian Grey" eine Geschichte über Gedankenspeicher, zu dem auch das Gewissen gehört. Sein Motto lautet:
Plötzlich, eines Tages, steht dein Gewissen vor dir, stellt dich zur Rede und fragt, warum du dieses oder jenes getan und ob es einen Sinn für dein Leben ergeben hat.

Kapitel 5 - Der Bürger Saar (Gedankenfolgerichtigkeit)

23.Juli 2018

Zuvor erhielt er den angekündigten Report von Barbara Tiberius über ihre Wochenendsession. Neben den bereits bekannten Ausführungen über die Elemente aus dem I-Ging enthielt das kleine im DIN-A5 – Format gedruckte Heftchen zum Erstaunen von Hugo noch folgende neuen Gedanken über das Gemeinschaftsbewusstsein, zu dessen Darstellung sie, wie Barbara Tiberius schrieb, eine Textpassage aus dem Werk von Thomas Carlyle entlehnt habe.
‚Es ist ein hoher, feierlicher, fast schauerlicher Gedanke für jeden einzelnen Menschen, dass sein irdischer Einfluss, der einen Anfang gehabt hat, niemals, und wäre er der Allergeringste unter uns, durch alle Jahrhunderte hindurch ein Ende haben wird! Was geschehen ist, ist geschehen, hat sich schon mit dem grenzenlosen, ewig lebenden, ewig tätigem Universum verschmolzen und wirkt hier zum Guten oder zum Schlimmen öffentlich oder heimlich durch alle Zeiten hindurch.
Das Leben eines jeden Menschen ist aber der Quelle eines Stromes vergleichbar, dessen kleine Anfänge in der Tat allen klar sind, dessen ferneren Lauf und Bestimmung aber, wenn er sich durch die weiten Flächen unendlicher Jahre schlängelt, nur der Allwissende unterscheiden kann. Wird er sich mit benachbarten Flüssen, diese vergrößernd, mischen oder sie in sich aufnehmen? Wird er ein namenloser Bach bleiben und mit seinen seichten Wellen unter Millionen anderer Bäche und Flüsse die Fluten eines Weltflusses vermehren? Oder soll er Rhein oder eine Donau werden, deren Flut eine ewige Grenzlinie auf dem Erdball selbst ist, das Bollwerk und die Heerstraße ganzer Königreiche und Kontinente? Wir wissen es nicht; in allen diesen Fällen wissen wir bloß, dass sein Weg nach dem großen Ozean führt; seine Wasser, und wären sie nur eine Handvoll, sind da und können weder vernichtet noch auf Dauer zurückgehalten werden.‘


17. Juli 2018

Und so geschah es eines Tages, dass Hugo das Büro des Ortsvorstehers der Meinpartei betrat, um dort wegen seiner Mitgliedschaft vorzusprechen.

Kapitel 4 - Das Phänomen der fliegenden Gedanken

15. Juli 2018

Der Abschluss des 4. Kapitels erläutert die spannende Frage, wie das Gedankenlesen zwischen Mann und Frau seine Fäden spinnt.
„Wissen sie“ sagte Caspar, „was mich über Frauen einmal zu wissen drängt, auf welche Weise kommen ihnen die Begehrlichkeiten von uns Männern zu Bewusstsein. Sind es auch die fliegenden Gedanken, die ihnen unseren Willen zutragen oder was empfinden sie, wenn mein Blick ihre Beine streift?“
Barbara schenkte Caspar ein verständnisvolles Lächeln ehe sie ...

12. Juli 2018
Der Teil 1 steht kurz vor seinem Abschluss und den Teilnehmern wurde von Lion das Außerordentliche der Schule der Gedanken preisgegeben. Es wurden daraufhin Parallelen in der Geschichte gefunden, wie sie von einen Standpunkt betrachtet werden, der ein gänzlich neues Licht auf den Untergang der Kulturen im alten Ägypten oder der der Maya wirft.
"...Die Kulturen im alten Ägypten oder vielleicht auch jene der Mayas in Mexico sind möglicher Weise auch aus eben diesem Grund dem Untergang anheimgefallen.“
„Das ist aber eine gewagte Vermutung“ ließ sich als Erster Caspar vernehmen, „Denn die wissenschaftliche Forschung hat etwas anderes ergeben. In Ägypten sollen entweder Machtkämpfe nach dem Tod eines Pharaos den Untergang bewirkt haben, während andere Quellen von einer verheerenden Hungersnot durch das Austrocknen des Nils berichten. Auch bei den Mayas werden feindliche Invasionen als Grund für den Untergang des Reiches angeführt und ebenso wie in Ägypten ein über Jahrzehnte anhaltender Klimawechsel in Erwägung gezogen.“

22. Juni 2018

Lion gibt seinen Gästen etwas preis:
„Auch Einstein hat“ erklärte Lion, „als er auf dem Weg zur Entdeckung der Relativitätstheorie war, mit der rigorosen Verneinung der Annahme von Lorentz, als er einen Äther zur Erklärung physikalischer Gesetzmäßigkeiten schuf, einen neuen Weg des Denkens beschritten. Ziel unserer Schule der Gedanken soll es sein, einen ähnlichen Umschwung bei der Betrachtungsweise unserer Umwelt zu erreichen. Die alteingefahrenen Gedankengänge um Reichtum, Besitz und Gier sind zur Erhaltung der menschlichen Gesellschaft nicht mehr förderlich. Es braucht eine neue Herangehensweise an den Fortschritt, will die Evolution von Nutzen für die Menschheit sein.“

Kapitel 3 - Session

21.Juni 2018

Vom Ende des dritten Kapitels, das noch eine neue Überschrift erhalten hat

Denn Gedanken können Gefühle transportieren und Handlungen sensibilisieren. Ich will ihnen dazu ein Beispiel geben. Stellen sie sich zwei Personen vor, die jeder eine drei Meter lange Glasstange durch eine Tür und ein enges Treppenhaus tragen. Die geringste Unvorsichtigkeit durch Anstoßen an der Türlaibung oder den Wänden würde den Stab zerbrechen. ...

15.Juni 2018

In Anlehnung einer heutige Leserzuschrift an die Sächsische Zeitung zu Peter Schreier:
Ein Auszug aus dem aktuellen Projekt - Kapitel 3

„Dem würde ich nicht vollumfänglich zustimmen“ widersprach Caspar, „denn obgleich wegen der Kontakte vieles dafürspricht, sind Kontakte allein nicht ausschlaggebend für das geistige Niveau eines Menschen. Nehmen wir nur einmal einen Eremiten an, der jahrelang allein in den Bergen lebt, wie man es zum Beispiel dem Buddha oder dem Christophorus nachgesagt hat, die in ihrer Einsamkeit dem Nachdenken gefrönt und allein daraus tiefgründigere Gedanken hinterlassen haben, als es sich aus den vor ihnen erwähnten Möglichkeiten nachweisen lässt. Liegt da nicht der Verdacht nahe, dass das Gewicht unserer Gedanken aus einem geistigen Vermögen stammt, das sich Nachdenken heißt. Grundbedingungen dafür sind die Konzentration und das Wissen um Zusammenhänge, was nicht damit erlangt werden kann, wenn man sich den lieben langen Tag nur der Unterhaltung widmet. Ich meine damit Unterhaltung im Sinne von Kontakten, Unternehmungen oder sonstigen der Ablenkung dienenden Beschäftigungen. Solcherart sind sie im Zeitgeist immer häufiger anzutreffen und wir brauchen uns nicht zu wundern, dass ein Genie, wie Einstein zum Beispiel eines gewesen ist, immer seltener anzutreffen ist oder die Literatur keinen Thomas Mann, Balzac oder Charles Dickens mehr hervorbringt.

09. Juni 2018

"… bevor ich zum Beispiel auch nur einen Hebel an meinem Kran in Bewegung setze, habe ich darüber nachgedacht, in welche Richtung und zu welchem Zweck ich den Hebel betätige. Tue ich das nicht, besteht die Gefahr, dass der schwere Haken das Werkstück oder gar einen Menschen beschädigt. Also immer erst nachdenken, das heißt, Gedanken für einen Zweck aufbringen, ehe ich ihn zur Tat werden lasse.“
„Dagegen ist nichts einzuwenden“ sagte Lion ruhig und gelassen, „sie sind ein verantwortungsvoller Mensch und nicht von der Idee besessen, dass sich eine Handlung schon irgendwie fügen wird. Und mit Fügen meine ich eine gewisse Gedankenlosigkeit, wie sie sich neuzeitlich unter den Menschen ausbreitet. Aber das ist trotz allem nur die halbe Wahrheit zu meinem Anliegen einer Schule der Gedanken, denn ich will mit ihnen erreichen, dass wir erkennen, wie einflussreich unserer Gedanken auf unsere Umwelt sind. Was wir da unter unserer Schädeldecke tragen ist ein sehr lebendiges Ding, dass unglaublich aufnahmefähig ist und Gutes wie auch Schlimmes bewirken kann. Man sollte sehr sorgsam damit umgehen.“


01. Juni 2018

...welchen Einfluss wohl das Lesen auf die Gedanken der Menschen ausübt und wir bei unseren Gesprächen darauf zu sprechen kommen sollten.“
„Mit den Büchern und dem Lesen verhält es sich wie mit unserer Ernährung“ ließ sich Caspar vernehmen, „denn was und wie wir Essen hat zum Beispiel maßgeblichen Einfluss auf unsere körperliche Konstitution. Unsere Gesundheit speist sich daraus, während der Umgang mit den Büchern unser geistiges Vermögen bestimmt. Sich nur der Unterhaltung zu widmen bildet, wie bei einem Knochenbruch und seiner nachfolgenden Ruhigstellung der betroffenen Gliedmaße, die Muskelkräfte zurück, was im übertragenen Sinne auf unsere mentalen Fähigkeiten zutrifft. Wir sind dann nicht mehr in der Lage weitreichende Entscheidung abzuschätzen und verdingen dafür lieber das Abwarten oder die Delegation. Und um es gleich auf den Punkt zu bringen, die Menschen unserer Zeit delegieren bereits die auftauchenden Probleme um unsere gesellschaftliche Entwicklung auf nachfolgenden Generationen und sie warten zugleich nach dem Motto, es wird schon nicht so schlimm werden, lieber ab, statt notwendige Entscheidungen zur Rettung unserer Welt in der Gegenwart zu treffen.“

28. Mai 18

Der Boden. Nichts ist ständiger vorhanden als Haftung für und auf unserem Erdenrund. Eines kommt ihm dabei gleich und begleitet den Menschen ein Leben lang, das sind seine Gedanken, mit denen er seine Weltenordnung bildet.


Kapitel 2 - Der Lilienstein

23.Mai 18

Marion W. liest vor...‚Beide hatten wir gut getrocknete Gedankenschindeln, an denen wir herumschnitzelten; wir erprobten so unsere Messer und bewunderten gleichzeitig die schöne gelbe Maserung der Kürbiskiefer. So behutsam gingen wir vor, dass wir die Gedankenfische nicht verscheuchten; prachtvoll kamen und gingen sie, wie die Wolken, die am Abendhimmel schweben, und die perlmutterfarben schimmernden Schäfchen, die sich dort bilden und wieder auflösen. So überarbeiteten wir die Mythologie, rundeten da und dort eine Fabel ab und bauten Luftschlösser, für die auf der Erde kein Platz war.‘...

18.05.18

Brigitte N. war indes wenig überrascht, dass sie als erste die Runde verlassen durfte, im Gegenteil, es war ihr ganz lieb, sich nicht um anderer Aufgaben scheren zu müssen. Dann vernahm sie, was sie tun sollte:
„In der Einleitung zu Schule der Gedanken ging es um die Vorstellung, Kraft derer ein Ereignis zu einem gewünschten Augenblick geführt werden könnte. Suchen sie nach einer jenen, mit deren Hilfe sie ein derartiges Ziel zu erreichen gedenken. Das wird in ihrem Fall möglicher Weise der Einfluss auf eine Person sein. Will sagen, verbiegen sie etwas, dass ihnen im Grunde genommen unmöglich erscheint.“

16.05.18

Mancher möge sich fragen, was will der Autor mit dieser Geschichte über eine Schule der Gedanken:

Ein Buch für keinen und jeden.

Noch wird der Plot nicht verraten, nur soviel, manchmal muss man seinen Standort verändern, soll Herkömmliches gegen Neues vertauscht werden.



08. Mai. 2018

Die Auserwählten treffen sich unterhalb des Lilienstein zu ihrer ersten Session.

Marion W. trifft auf Lion:
„Wie ich höre Frau Wohlebe wird es eine spannende Zeit, die uns in den nächsten Stunden bevorsteht. Die Bemerkung von Schopenhauer stammt aus dem Kapitel über das Selbstdenken, wie ich mich erinnere. Und er behauptet darin, dass das viele Lesen dem Geiste die Elastizität, wie sie ein fortlaufendes drückendes Gewicht einer Springfeder nimmt. Und weiter, um keine eigenen Gedanken haben zu müssen, wäre das Lesen das sicherste Mittel, in jeder freien Minute ein Buch zur Hand zu nehmen. Das ließe sich, wenn ich das so sagen darf, auf viele Handlungen der heutigen Menschen erweitern.“

Bei Schopenhauer gefunden:
Der ganze Jammer der heutigen Literatur in und außerhalb von Deutschland hat zur Wurzel das Geldverdienen durch Bücherschreiben. Jeder, der Geld braucht, setzt sich hin und schreibt ein Buch, und das Publikum ist so dumm, es zu kaufen. (Aus Paralipomena, Über Schriftstellerei und Stil)

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