Mittwoch, 28. Dezember 2016

Gedanken - 4

Nachdenkliches zum Zeitgeschehen:

07.12.2016
Es trafen sich im Blick zwei Freunde. Das waren Kleinauf und Großrunter, deren Sichtweisen auf die Welt unterschiedlicher nicht sein konnten. Kleinauf hatte von seinem Standpunkt schon einen verhornten und starren Hals, während Großrunter gönnerisch und nicht ohne höhnisch gespielten Schmerz das Treiben in den Niederungen betrachtete. Beiden allerdings war gemein, dass sie aufeinander angewiesen waren, denn Kleinauf waren die Hühneraugen am Fuße von Großrunter.

09.12.2016
Was ist bloß aus uns geworden.
Abhängig von einer Welt, die wir kaum mehr kontrollieren können, während die Macher derselben es ganz gut verstehen, jeden unserer Schritte zu kontrollieren.
Spielpuppen zur Manipulation jeglicher Art, die wir sind, werden wir auf digitale Plattformen, in imaginäre Postfächer oder in Warenkörbe gehetzt. Sie sagen uns, was wir tun und welche Wünsche wir haben sollen.
Wenn ein Mensch stirbt, merkt es ein Baum nicht, doch wenn ein Baum vernichtet wird, fühlte der Mensch den Verlust in der Seele. Merken wir das noch?

20.12.2016
„Wenn du für den Menschen schreibst, belädst du ein Schiff. Doch nur recht wenige Schiffe erreichen den Hafen. Sie versinken im Meer“, schreibt Saint Exupéry in den Sand der Wüste. Was will uns das heißen? Wir brauchen Bücher, in denen die Worte einer Geschichte nicht vorzeitig ihre Leuchtkraft verlieren. Mir scheint, der Franzius Verlag arbeitet daran. In diesem Sinne schöne Weihnachten Euch allen, die ihr Freunde, Leser oder Begleiter seid.

28.12.2016
Aus einem Artikel der gestrigen Sächsischen Zeitung zum Buch von Roger Willemsen (1956-2016) „Wer wir waren“, erscheint beim S. Fischer Verlag posthum.
„Ja, wir wussten viel und fühlten wenig“, schreibt Willemsen, eine beängstigende Retrospektive einer fiktiven Sicht aus der Zukunft auf die Gegenwart. „Emsig bemüht sich abzulenken, mehr mit Selfies als mit Selbsterkenntnis beschäftigt“, kommentiert Rainer Kasselt dazu. Erklärt sich daraus das wachsende Phänomen nach fantastischer Literatur und mystischen Geschichten, die zu Bestsellern werden, während nachdenkliche Literatur in den Bücherregalen verkümmert und wenig Aussichten darauf hat, eine interessierte Leserschaft zu erreichen? Der Roman „Das Glasperlenspiel“ ein nobelpreisgekrönter Roman von Hermann Hesse, hätte es heute beispielsweise wahrlich schwer, akzeptiert zu werden. Und Willemsen fügt hinzu: „Lasst euch nicht verführen von Wahn und Werbung, kapituliert nicht, erklärt euch nicht einverstanden mit der Welt, wie ihr sie vorfindet.“ Ein schönes Schlusswort, wie ich finde, für das ausklingende Jahr 2016.



Donnerstag, 24. November 2016

Das Kaleidoskop einer Leidenschaft


Das „Kaleidoskop einer Leidenschaft" von Harald Kugler, mehrfach am letzten Wochenende auf der artbook.berlin nachgefragt und bisher nur in einer Kassette mit 12 Einbogendrucken erschienen, ist in Kürze nun auch als Buch erhältlich.
Die Einflüsterer“ erzählen von der Ruhe und Gelassenheit, die vom Besitz der Bücher ausgehen. Stolz präsentiert ein Wanderer in 3509 Meter Höhe auf dem „Hochfeiler“ seine Liebe zu den Büchern mit einem Vortrag von Friedrich Schillers Glocke. In „Der Bibliothaph“ wird erzählt, was der Besitz von Büchern über ihre Eigentümer verrät und „Was machen Bibliophile“ ist eine fachspezifische Ergänzung dazu, die zu ihrer Darstellung auch einen Essay von Karl Wolfskehl bemüht. Die Erzählung „Opa Erler“ ist die erlebte Bilanz eines Lebens inmitten und an der Seite von Pflanzen, die uns mit ihrer Vergänglichkeit Geduld lehren. Anders ist dagegen der besessene Sammler in „Glücksschmiede“ charakterisiert, dem der Zufall ein großes Glück beschert. Die Geschichte um „Die Versicherung“ zeigt in ihrem komödiantischen Verlauf die Schutzbedürftigkeit wertvoller Bücher, während „Das Bücherdreieck“ das Vermächtnis der Bücher umreißt. In „Was willst?“ wird das Schicksal einer außer Kontrolle geratenen Bücher-Sammlerfamilie aus dem Munde eines Kindes erzählt und „Gernot“, der eine strenge Kindheit erfahren hat, sucht auf eigene Faust Bestimmungen für sein Leben, was ihn am Schluss mit seinen Eltern versöhnt. In „Abschied“ wird das Unvermeidliche eines jeden Sammler- und Bücherliebhaberlebens dargestellt und zu einem schicksalhaften Abschluss gebracht, womit sich am Ende des Kaleidoskops auch die Erzählung „Von unsichtbarer Hand“ befasst, die aus der Benutzung von Büchern zu einer Lebensrückschau animiert.

14 € | Hardcover | 195 Seiten
Bestellung: harald-kugler.de.

Dienstag, 22. November 2016

Werkstattnotizen - 25A

Chronik eines Buchprojektes 06.12.2017

Die Fremde unter der Haut

Ein Buch, das tief hinab steigt in die menschliche Seele und die Geschichte von Else und Gerald erzählt, die die Höhen der Liebe geschaut haben und schließlich mit den Niederungen des Lebens konfrontiert werden. Es wird von Überzeugungen höchsten Glücks aber auch vom Tod die Rede sein, wie Werden und Vergehen jedes Lebens glückliches und trauriges Schicksal am Ende vereint. Es ist zugleich ein Bekenntnis-Buch.

Das erste Buch Memoriae = Luft
Das zweite Buch Simul = Feuer
Das dritte Buch Odium = Wasser
Das vierte Buch Dolor = Erde

Aus dem ersten Buch Memoriae
[ 157 ]
Sich eingerichtet wähnen im Leben, setzt einen Kristallisierungsprozess wie in einem Honigglas in Gang, in dessen Folge sich Marotten ausbilden und Sesshaftigkeit die tätige Bewegung einschränkt. Persönlich-zufällige Eigentümlichkeiten werden zu notwendigen Attributen des Wesens, die unmerklich den Tagesablauf verfestigen. Der Mensch wird träge und merkt es nicht einmal mehr.
11.354

Das zweite Buch – Simul
Wie die Flämmchen eines Feuers züngeln Erregungen um die Liebe zweier Menschen und man muss dem glimmenden Brand beharrlich Nahrung geben, dass er nicht erlischt.
15.082

Aus dem zweiten Buch Simul
[ 221 ]
Und, sagte mein Vater: Duldet die Schwächen der Menschen, denn sie sind sich ihres Wesens fremd.
18.816

Das dritte Buch Odium
[ 305 ]
Man kann einen abendländischen Menschen nur schwer davon überzeugen, dass etwas für ihn Unerträgliches und Unverständliches zum Leben und Alltag gehört. Das kann nur Kopfschütteln und Missbilligungen bei ihm hervorrufen. Harmonie, die auf anderen Empfindungen, Maßstäben und Glaubenssätzen beruht und sich mit Geduld zufrieden gibt, wie es zum Beispiel dem Buddhismus eigen ist, als Lebensweise eines Daseins zu erklären, kann ein zum Durchsetzen gesinnter Mensch nicht verstehen. Sie haben die Uhr erfunden und die Morgenländer die Zeit.
28.294

Das vierte Buch Dolor








Dienstag, 15. November 2016

Werkstattnotizen - 25

Zum neuen Buchprojekt

Die Fremde unter der Haut

Es ist dies eine emotionale Geschichte in vier Büchern über den schicksalhaften Lebensgang eines Paares, dass zum unschuldigen Opfer seltsamer Fügungen wird. Es ist zugleich ein Buch der Selbsterkenntnis, die nach Auffassung des Textes nur in einer Gemeinsamkeit ihre Regeln aufzeigt. Das der Mensch sich erkenne, bedarf es der Öffnung seiner Seele, die nur im Ausdruck von Empfindungen ihr wahres Gesicht zeigt. Inwiefern, so bringt die Geschichte zum Ausdruck, soll man den Nächsten mehr lieben als sich selbst, sein Ich zum Opfer bringen. "Nicht insofern, als anderer Leben wertvoller sei als das eigene, sondern als das Höchste darin bestände, der Sonne gleich nur zu geben, nicht zu nehemn." (Graf Keyserling)

Donnerstag, 10. November 2016

Gedanken - 3

Eine Denkschrift

Es drängt sich mir die Feder für eine Denkschrift zu spitzen, nachdem ich gestern erstmals auf die Seite der Lovelybooks zu den besten Büchern gestoßen bin. Welche eine Fülle an Büchern überschwemmt da den Markt, dass ich mich verwundert frage: Wem nützt das noch? Wer kann da die Übersicht behalten? Wozu die Fülle und riesige Auswahl? Wenn man mal ein Zeitchen für die Lektüre von Thomas Mann „Betrachtungen eines Unpolitischen“ widmet, worin er u. a. über die Verantwortung von Veröffentlichungen schreibt, dann stellt sich mir die Frage, sind wir Autoren uns mit der Preisgabe von Persönlichem, dieser Verantwortung bewusst, denn Persönliches steht in der Vielzahl der Fälle für das, was Autoren mit ihren Texten einbringen. "Zeitdienst", schreibt Thomas Mann weiter, "sagte ich, hätte ich geleistet, indem ich dies Buch schrieb, indem ich gewissenhafter- oder pedantischerweise die von der Zeit aufgewühlten, aufgewirbelten Gründe meines Wesens in gebundene Sätze wieder „niederzulegen“ suchte. Aber mancher, nachdem er von den folgenden Kapiteln Kenntnis genommen, wird urteilen, ich hätte der Zeit damit auf recht fragwürdige Art, …“gedient“ …". Es ist dies ein Bekenntnis, das von persönlicher Verantwortung spricht, die wir Heutigen eher einmal mehr bedenken sollten, wenn wir ein Buch veröffentlichen wollen. Ein solches fordert Zeit von unseren Lesern und gibt Gedanken preis, die weniger der Unterhaltung als dem Nachdenken dienen sollten. So etwas hat die Gesellschaft nötig, denn mit dem Spass, wie es ein jüngstes Wahlergebis und viele andere Ereignisse auf diesem Erdenrund zeigen, ist es langsam aber sicher vorbei.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Werkstattnotizen - 24

Mein neues Romanprojekt

"Der Roman ist die heilige Schrift des Lebens" - frei nach einem Zitat von Friedrich Hebbel

Der Text wir aus vier Büchern bestehen und die Beziehung zweier Menschen in ihren Höhen und Tiefen beschreiben.
Das erste Buch - Memoriae / schildert das Kennenlernen und in Rückblicken den Werdegang der beiden Protagonisten Else Wachsmuth und Gerald Morten.

Die Absätze im Text, die eine Schlüsselaussage enthalten, werden durchnummeriert.

Das zweite Buch - Simul / beschreibt das Zusammenleben der Beiden, die eine ungewöhnlich liebevolle Beziehung führen.

Das dritte Buch - Odium / führt die leidvolle Verklärung des Paares vor Augen, als Folge von wachsenden Unstimmigkeiten.

Das vierte Buch - Dolor / befasst sich mit dem Schmerz und den Begleiterscheinungen eines Abschieds, wenn ein Mensch zurück bleibt.

So der Plan für die nächsten Monate. Und es ist dies hier vorläufig der letzte Blogeintrag.

Montag, 24. Oktober 2016

Bibliophiles - 12

Zeitschrift für Bücherfreunde

Die Zeitschrift für Bücherfreunde, begründet von Fedor von Zobeltitz, gehörte zu den bedeutendsten Zeitschriftenpublikationen für den Bibliophilen. Begonnen im April 1897, enthielt jeder Jahrgang 40-50 Druckbogen. Beiträge zur Buchillustration, Einbandkunde, Exlibris, zahlreiche Bibliographien, die nur hier und nicht selbständig erschienen, viele Rezensionen, Auktionsberichte, usw. bildeten den Inhalt dieser kenntnisreichen Zeitschrift. Die Neue Folge ab 1909 markierte den Verlagswechsel von Velhagen & Klasing zu Drugulin. Gleichzeitig avancierte die Zeitschrift zum Organ der Gesellschaft der Bibliophilen (GdB). Die neuen Herausgeber waren Carl Schüddekopf und Georg Witkowski. Die 3. Folge erschien bei Seemann in Leipzig 1932-1936 und der Umfang reduzierte sich auf 11, 1936 mit dem letzten Jahrgang gar nur auf 8 Druckbogen. Jedes Heft der 3. Folge enthielt am Schluss das Nachrichtenblatt der GdB die Wandelhalle der Bücherfreunde. Soweit nach der Quelle von ZVAB Cicero Presse, Antiquariat und Verlag zur Geschichte der Zeitschrift.


Im Verlaufe meiner Sammlertätigkeit konnte ich einige Jahrgänge dieser Zeitschrift erwerben und gönnte mir schließlich auch den Luxus, diese durch einen Buchbinder (Lindenkreuz in Pulsnitz) pro Jahrgang in einen Halblederband einzukleiden. Die Benutzung eines solchen Jahrganges ist ein angenehmer Zeitvertreib, der zudem die einstige Blüte der Bibliophilie erinnerlich vor Augen führt. Diesem Anliegen gilt auch dieser Blogbeitrag.

Montag, 17. Oktober 2016

Werkstattnotizen - 23

Entdeckungen bei Friedrich Hebbel


Aus den Tagebüchern des Autors habe ich den Arbeitstitel zu meinem neuen Buchprojekt entnommen.

"Der Roman ist die heilige Schrift des Lebens"

Es wird die Geschichte, die der Frage nachgeht, was bleibt, wenn uns ein geliebter Mensch verlässt.

"Dann war sie weg. Und Gerald fühlte sich in seinem Wohnraum, als habe das Zimmer plötzlich die Ausmaße einer Halle angenommen. Ratlos lief er von einem Bücherregal hinüber zur Wand und umgekehrt wieder zurück zum Ausgangspunkt seines trostlosen Rundganges. ..."


In den Werken der Autoren der Vorzeit sind noch unzählige geistige Schätze zu heben. Man muss sie nur lesen und nicht der Vergangenheit anheimstellen. Ich bin immer wieder überrascht, wie ausgegoren ihre Texte daher kommen und wie leicht verständlich ihre Gedanken sind. Eine Schule des Lesens.

Montag, 10. Oktober 2016

Werkstattnotizen - 22

Einladung zur Subskription

Im schmucken bordeauxfarbenen Ganz-Pappschuber ist in nur 10 Exemplaren

"Das Kaleidoskop einer Leidenschaft" oder
die Beschreibung einer Liebe zu den Büchern in zwölf Heften erhältlich:

Sie enthalten meine Eindrücke um die Bemühungen zur Sache Buch in ihrer zum Teil eigenwilligen, schönen aber auch von Leid geprägten Daseinberechtigung.


„Die Einflüsterer“ erzählen von der Ruhe und Gelassenheit, die vom Besitz der Bücher ausgehen. Stolz präsentiert ein Wanderer in 3509 Meter Höhe auf dem „Hochfeiler“ seine Liebe zu den Büchern mit einem Vortrag von Friedrich Schillers Glocke. In der Geschichte um „Der Bibliothaph“ wird erzählt, was der Besitz von Büchern über ihre Eigentümer verrät und „Was machen Bibliophile eigentlich“ ist eine fachspezifische Ergänzung, die zu ihrer Darstellung einen Essay von Karl Wolfskehl bemüht. Die Erzählung „Opa Erler“ ist die Bilanz eines Lebens inmitten und an der Seite von Pflanzen, die uns mit ihrer Vergänglichkeit Geduld lehren. Anders ist dagegen der besessene Sammler in „Glücksschmiede“ charakterisiert, dem der Zufall ein großes Glück beschert. Die Geschichte um „Die Versicherung“ zeigt in ihrem komödiantischen Verlauf die Schutzbedürftigkeit wertvoller Bücher, während „Das Bücherdreieck“ das Vermächtnis der Bücher umreißt. In „Was willst?“ wird das Schicksal einer außer Kontrolle geratenen Bücher-Sammlerfamilie aus dem Munde eines Kindes erzählt und „Gernot“, der eine strenge Kindheit erfahren hat, sucht auf eigenwilligen Wegen seinen Lebenpfad, was ihn am Schluss mit seinen Eltern versöhnt. In „Abschied“ wird das Unvermeidliche jedes Sammler- und Bücherliebhaber Lebens dargestellt und zu einem schicksalhaften Abschluss gebracht, womit sich am Ende des Kaleidoskops auch die Erzählung „Von unsichtbarer Hand“ befasst, die aus der Benutzung der Bücher zu einer Lebensrückschau animiert.

Der Abgabepreis beträgt 25 € plus Versand.

Noch 05 Exemplare

Mittwoch, 21. September 2016

Gedanken - 2

Eine Gesellschaft in der Krise

Unsere Wirtschaft betreibt einen gnadenlosen Kampf mit schier unübersichtlichen Angeboten um ihre Kunden und Verbraucher. Was in immer schnelleren und namenloseren Produktionsprozessen fabriziert wird muss auf Gedeih und Verderb zum Verkauf an einen Konsumenten gebracht werden. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um Gebrauchs- und Verbrauchsgüter oder pharmazeutische Produkte handelt. Wichtig allein ist ein vorgegaukelter Wille, der dem Menschen vermittels einer gigantischen Medienmaschinerie Genuss und Zufriedenheit einflößt.
Jeder kann in dieser demokratischen Gesellschaft seine Meinung sagen oder gar Bücher schreiben, nur es interessiert niemanden, es sei denn, man hat sich einen Namen gemacht, vielleicht durch politische Bündnisse, Empfehlungen oder Karriereglück, dann nimmt die politische Öffentlichkeit Kenntnis davon und bewertet eine Aussage wiederum nur nach ihrer Interessenlage.
Wir Menschlein sind die kleinen Fische in einem Haifischbecken geworden, in welches von Magnaten ein paar Brösel geworfen, dass die zum Fraß vorgesehenen Fischlein vorher noch zufrieden gemästet werden.
Eines nur der vielen Beispiele zur Schieflage der westlichen Wirtschaftswelt, von der, dank zahlreicher Errungenschaften, inzwischen auch die übrigen Länder immer konkreter Kenntnis erhalten, ist die Pharmazie. Die Forschungsabteilungen wetteifern mit ihren Mitteln und Methoden um das Lebensalter der Menschen, dass sie werden wie einst der sagenhafte Methusalem. Während der Mensch in ein paar Jahren bald mit sagen wir Neunzig Jahren ausschaut wie ein Fünfzigjähriger, verfault im Inneren sein Organismus. Vom Kopf ganz zu schweigen, denn seit Jahren übernimmt die Automatisierung all seine Denk- und Lenkungsprozesse, so dass ihn menügeführte Algorithmen auf die Grundidee der Digitalisierung zu einem ausreichend lapidaren ja oder nein zurückführen. Der Mensch ist von Natur nicht gemacht, dass sein Organismus über Gebühr funktioniert und er muss vergehen wie jede Pflanze und jedes Tier auch. Was die Pharmazie zu ihren finanziellen Gunsten erreicht ist, eine Langlebigkeit, die eine steigende Zahl von pflegebedürftigen Menschen erzeugt. Und das wiederum kann nicht mehr bezahlt werden. Krankenversicherungsbeiträge explodieren und kürzen die Rente, was die Mehrzahl der Ruheständler dadurch zu Almosenempfänger macht oder zur Nebenbeschäftigung zwingt.
Ein Schelm, der bei unserer Flüchtlingspolitik daran denkt, dass Menschen aus fernen Ländern, auch willkommene Konsumenten sind.

Montag, 12. September 2016

Werkstattnotizen - 21


                               Exposé
         Das Vermächtnis der Bücher

Der erweiterte Text zum Vermächtnis der Bücher erscheint als teilweise inhaltlich veränderter neuer dritter Band des "Bibliophilen-Abend." Das Cover wird beibehalten, jedoch nun nicht mehr als Sonderdruck im Querformat, sondern wie die ersten beiden Bände auch, im Oktav. Die Geschichte ist eine spannende Auslegung zum Vermächtnis der Bücher.

Die Handlung spielt in einem Kloster Anfang des 19. Jahrhunderts, wo seltsame Ereignisse passieren, die zum einen nach der Verwendung eines Buches die plötzliche Erblindung eines Bibliothekars und zum anderen den rätselhaften Tod eines weiteren  zur Folge haben. Beide Bibliothekare hatten zuvor eine Begegnung mit dem Geist der Bücher, der als eine Erscheinung unter den Büchern auftaucht und ein Vermächtnis weissagt, das Begnadeten ein Gespür für die Seele und Herzen der Menschen verleiht. Calvin, der zweite zu Tode gekommene Bibliothekar, hatte in seiner Jugend eine flüchtige Liaison mit einer Zigeunerin aus deren Beziehung ohne Wissen des Klosterbruders der Junge Benjamin hervorgeht. Dieser erscheint Jahre später vor den Toren des Klosters und erbittet seine Aufnahme. Calvin, der den Knaben nicht erkennt, stellt den Neuankömmling als Bibliotheksgehilfen ein und lässt ihn ausbilden. Dann wird der Bibliothekar Calvin plötzlich ermordet und ein Verdacht fällt auf den Jungen, der sich zuvor heimlich mit Handelsgeschäften außerhalb des Klosters Geld verschafft hatte. Der Prior Gottlieb stellt Bejamin zur Rede und erfährt von dessen Unschuld und Calvins Geschichte. Zudem erhärtet sich für den Prior der Verdacht, dass beide Todesfälle in einem seltsamen Zusammenhang stehen. Er ahnt indes nicht, dass insgeheim auch das Vermächtnis der Bücher mit diesen Umständen zu tun hat. Über eine Verkettung von zufälligen Umständen wird schließlich der ....................... als Mörder beider Bibliothekare enttarnt. Zu seiner Verteidigung bringt er einen Eigennutz zur Sprache, der mit einfacher Lebensweise und dem Wasser zu tun hat, was seine Tat in ein Licht verletzter Eitelkeit stellt.

Mittwoch, 7. September 2016

Werkstattnotizen - 20

Das Vermächtnis der Bücher

Meine Kloster - Erzählung "Das Vermächtnis der Bücher" ist noch einmal zum Leben erwacht, weil noch etwas hinzugefügt und aufgeklärt werden muss. Denn noch immer ist der Mörder von Pater Calvin nicht enttarnt. Zudem entdeckt der Bibliotheksgehilfe Benjamin Aufzeichnungen des Ermordeten, die dem Vermächtnis der Bücher weitreichende Bedeutung verleihen und ihn selbst in höchste Gefahr bringen.


Wie ein Leser dieses Buches, d. h. der ersten beiden Teile, bescheinigte, weht ein Hauch von Eco's "Der Name der Rose" durch die Seiten. Nunmehr folgt noch ein dritter Teil im Buch, der Aufklärung nicht nur des Mordfalles sondern auch über das eigentliche Vermächtnis der Bücher gibt. Der Leser darf gespannt sein.

Freitag, 2. September 2016

Gedanken

Eingebucht

Gustav Freytag formuliert in "Die verlorene Handschrift" bemerkenswerte Absätze über Bücher, die nach meinem Dafürhalten in jedes Schul-Lesebuch gehörten:
"Die hier stehen, sind doch nur ein unendlich kleiner Teil der Bücher, welche je gedruckt wurden. Denn seit sie erfunden sind, liegt in ihnen fast alles, was wir wissen und Bildung nennen. Aber das ist es nicht allein" fuhr er(Prof. Felix Werner)geheimnisvoll fort, "wenige denken daran, daß ein Buch mehr ist als ein Werk des schaffenden Geistes, das er von sich absendet, wie der Tischler einen bestellten Sessel. Zwar an jedem Menschenwerk bleibt etwas von der Seele des Menschen hängen, der es anfertigt. Das Buch aber schließt zwischen seinen Deckeln in Wahrheit den Geist des Menschen ein. Was ein Mann für andere bedeutet, der beste Teil seines Lebens, bleibt in dieser Form für die nächsten Geschlechter, vielleicht bis in ferne Zukunft. Sowohl die, welche ein gutes Buch schreiben, als auch solche, deren Leben und Tun im Buche dargestellt wird, sie beharren in der Tat lebendig unter uns. Wir verkehren mit ihnen als mit Freunden und Gegnern, wir bewundern und bekämpfen, wir lieben und verabscheuen sie nicht weniger, als wenn sie leibhaftig unter uns weilten. Der Menschengeist, der zwischen solche Deckel eingeschlossen ist, wird dadurch auf Erden unvergänglich, und deshalb dürfen wir sagen, im Buche dauert das geistige Leben des einzelnen, und nur der Geist, welcher eingebucht wird, hat sichere Dauer auf Erden." Und weiter:"... Aber alle Bücher, die geschrieben wurden, vom ältesten bis zum jüngsten, stehen in einem geheimnisvollen Zusammenhang. Denn sieh, keiner, der ein Buch geschrieben, ist durch sich selbst geworden, was er ist, jeder steht auf den Schultern seiner Vorgänger. Alles, was vor ihm geschaffen wurde, hat irgendwie dazu geholfen, ihm Leben und Geist zu bilden."
Das ist, was ich sagen wollte mit all meinen Geschichten über die Bücher.

Dienstag, 23. August 2016

Werkstattnotizen - 19

Die Sonderedition zum Kaleidoskop einer Leidenschaft

Jede Leidenschaft hat ihre Merkmale, die von bestimmten Eigenschaften geprägt werden. Diese sind allen Sammlern, ob sie nun Briefmarken, Bücher oder Grafiken anhäufen, gemein. Gemein allerdings nicht im Sinne einer Allgemeinheit, von der sich jeder berufene Sammler durch jene Eigenarten abhebt, die zu beschreiben den Inhalt der vorliegenden Erzählungen bilden. Die Facetten dieser besonderen Gemütsart reichen von einfühlsam und stolz, über besitzheischend, umgänglich und geduldig bis hin zu besessen, schutzbedürftig und fantasievoll. Aber es sind auch Sucht, Eigensinn, Verlustangst und Rechenschaft, die Leidenschaften zu jenen Höhen beflügeln, wo das Außerordentliche und Bemerkenswerte beheimatet ist.



Nach wie vor gilt das Angebot der Subskription, wonach ein Heft 4 € kostet zuzüglich des Portos je nach Umfang der Bestellung.

Freitag, 19. August 2016

Werkstattnotizen - 18

Exposé zum Kaleidoskop einer Leidenschaft

Erzählungen
ca. 250 Seiten

Heft 1- Der Bibliothaph: Widmet sich dem exzessiven Besitz von Büchern und erzählt davon, was dieselben über ihre Eigentümer verraten.

Heft 2 - Von unsichtbarer Hand: Ist ein Versuch darüber, dass uns Bücher mit ihren Geschichten zur Rechenschaft über das eigene Leben verführen können.

Heft 3 – Was machen Bibliophile eigentlich: Beschreibt unter Verwendung eines Essay von Karl Wolfskehl den Umgang und die strukturellen Formen der Liebe zu den Büchern.

Heft 4 - Das Bücherdreieck: Sucht mit dem Fantasiespiel des Nachdenkens, die idealen Merkmale eines Buches zu erspüren.

Heft5 - Abschied: Zieht die verlustreiche und traurige aber unausweichliche Bilanz eines Bücherliebhaberlebens.

Heft 6 - Die Versicherung: Ist ein Gedankenspiel von der Werthaltigkeit alter Bücher und ihren existentiellen Folgen.

Heft 7 - Was willst?: Beschäftigt sich mit dem Fazit einer übertriebenen Sammelsucht.

Heft 8 - Glücksschmiede: Spürt der Besessenheit eines Bücherliebhabers nach und erzählt vom Gefühl des Sammlerglücks.

Heft 9- Die Einflüsterer: In einer Villa vereinen ehemalige Bibliothekare Bücher zu einem einfühlsamen Hort der Besinnung.

Heft 10 - Opa Erler: Nach dem Tod seine Frau erkennt Opa Erler an Hand von Büchern und Pflanzen die Geduld einer verborgenen Welt.

Heft 11 - Gernot: Schildert den eigensinnigen Werdegang eines jungen Mannes als Antiquar, Maler und Dichter der plötzlich auf Wanderschaft geht und doch irgendwie im Leben zu spät kommt.

Heft 12 - Hochfeiler: Die letzte Geschichte erzählt davon, wie Friedrich Schillers Gedicht Das Lied von der Glocke in 3510 Meter Höhe stolz zum Erklingen kommt.

Donnerstag, 18. August 2016

Bekenntnis

Bekenntnis einer liebenden Seele

Ist es das wert, ein Buch über die Liebe mit 497 Seiten zu schreiben?

Der Worte darüber sind nie genug, denn jede Seite, jede Zeile und jedes Wort ist voll des Gefühls, das ich für einen bestimmten Menschen, aber auch für Bücher empfinde. Im "Bibliophilen-Abend" sind die Erzählungen über Bücher ebenso Ausdruck eines innigen Gefühls



Die Geschlechter

Ist dies nicht ein frevles Schicksalswalten,
Menschtum in zwei Teile zu zerspalten?

In zwei blut’ge Hälften zu zerreißen?
Eine Mann, die andre Weib zu heißen?

Beid‘ erfüllt von heißem Sehnsuchtsdrange,
Sich zu finden auf des Lebens Gange,

Ich dem Ich zum Opfergab‘ zu bringen? –
Ach, wie wenigen, wenigen mags‘ gelingen,

Ohne Losung, Fährten oder Spuren
Sich zu finden auf des Lebens Fluren!

Sel’ge Kindheit, die nicht kennt die Wirren,
Nicht der Liebe grausam töricht Irren!

Sel’ge Blume, die nichts weiß vom Fluche
Lebenslanger und vergebner Suche!

Christian Wagner (1835-1918)


wie in den Geschichten des Bandes "Die Geschlechter" mein Empfinden gegenüber meiner Frau ihren einfühlsamen Ausdruck findet.
Es gab diesbezüglich noch mehr Projekte mit "125 Grad", in dem von sonderlichen Verlustängsten die Rede ist und "Das Alphabet der Fantasie", in dessen Text dem Nachdenken über Fantasien Bilder einverleibt sind. Beide Bücher wurden jedoch nicht lektoriert und schlummern in meiner Manuskriptschublade.
Nun habe ich versucht, und es wird mein nächstes Buch ("Kaleidoskop einer Leidenschaft") sein, die Facetten meiner Liebe zu den Büchern einzufangen. Diese Mal bleibt zu hoffen, dass mein Anliegen das Herz eines Verlegers und dann die Herzen der Leser erreicht.
Neue Gedanken öffnen sich bereits, die Facetten der Liebe unter den Menschen zu ergründen, vielleicht ist dies ein lohnenswertes Vorhaben, wer weiß das schon.

Dienstag, 9. August 2016

Werkstattnotizen - 17

Die Einflüsterer - Auszug einer Erzählung über die Welt der Bücher

"...In der Mitte standen dreizehn Stühle zur Versammlung angeordnet. Die Raumdecke darüber war als Kuppel geformt und mit religiösen Motiven versehen. Ein Fensterband unter dem Gewölbe brachte das nötige Licht in den Raum.


Christian konnte in diesem Augenblick nicht der Versuchung widerstehen und setzte sich auf einen der Stühle im Kreisrund zur Ruhe. Eine gespenstische Stimmung umfing seine Aufmerksamkeit und er spürte eine seltsame tiefgründige Entspannung, die von dem Voluminösen dieser Örtlichkeit und den ihn umgebenden Büchern ausging. Bewunderung über die Ausstattung und Gestaltung durchströmte sein Bewusstsein, und als sei augenblicklich eine Tür geöffnet worden, nahm er ein wie aus vielzähligen Kehlen verursachtes Flüstern wahr. Minute um Minute ließ Christian den Eindruck auf sich wirken, der von Ehrfurcht und geistiger Sammlung sprühte. Wie lange er in dieser andachtsvollen Pose gesessen hatte, vermochte er im Nachhinein nicht einzuschätzen, als er plötzlich eine Stimme hinter sich vernahm."

Dienstag, 2. August 2016

Kommentar

Kommentar zu einem Artikel aus der FAZ über den Untergang der Altbuchkultur

Mit Bestürzung habe ich im Pirckheimer-Blog den Abdruck eines Artikels aus der F.A.Z. „Altbücherland ist abgebrannt“ gelesen. Die Dramatik auf dem Gebiet des Altbuch-Verkaufs über die Antiquariate und damit der Geschäfte selber ist wohl kaum mehr zu überbieten. Das Verhältnis des Bildungsbürgertums, wie es so treffend im Artikel bezeichnet wird, zum Lesen und zu den Büchern im Speziellen hat sich schon seit langem zu einer traurigen Tendenz entwickelt, deren katastrophale Auswirkungen auf die Buchbranche im Grunde genommen absehbar waren. Selbst durch einen bevorstehenden Umzug besorgt, hatte ich einem auf alte Zeitschriften spezialisierten Antiquariat einige alte Jahrgänge früher begehrter Periodika angeboten. Die Rückantwort machte betroffen, denn was man noch vor geraumer Zeit liebend gerne angekauft hätte, fiel dem Verzicht zum Opfer, dass man keine Abnehmer für derartige Zeugen der Buchkultur mehr fände. Selbst namhafte Verlage distanzierten sich von meinem, nach ihren Einschätzungen reizvollen und unterhaltsamen Buchprojekt „Bibliophilen-Abend“ und versagten aus marktspezifischen Gründen ihre Bereitschaft zur Veröffentlichung.
Die Bibliophilie scheint den Weg ins Vergessen zu nehmen, denn das gesellschaftliche Leben wird zunehmend von der digitalen Welt dominiert, die ihre Nutzer den Zugriff auf alles Wissenswerte in leichter und verführerischer Manier bereit stellt. Da bedarf es nicht mehr vielem Nachdenken, wenn Menüs die Führung übernehmen. Es fehlt ohnehin an Zeit zum Lesen, da sich die Informationen täglich überschlagen. Auf diese Weise werden Menschen geformt und beeinflussbar gemacht, das zu tun, was die Bilderwelt über ihre zahlreichen Zugangswege bereit stellt.
Soweit zu den Vorbemerkungen meines Anliegens, das darin besteht, dass die wenigen verbliebenen Bücherliebhaber einmal darüber nachdenken, wie man derartigen Entwicklungen wirkungsvoll begegnen kann. Leider kann ich im Programm des nächsten Jahrestreffens der Pirckheimer keinen derartigen Tagespunkt erkennen, wo man sich den Entwicklungen auf dem Altbuchmarkt annimmt. Meines Erachtens ist es an der Zeit, vielleicht sogar höchste Zeit, dass die Bibliophilie aus ihrer Kemenate hervor kommt und Interessenten der breiten Masse der Bevölkerung zugänglich gemacht wird. Ich habe das bei Lesungen aus meinem o.g. Buch verspürt, dass man im Bibliophilen etwas Elitäres sieht, wenn man überhaupt wusste, was ein solcher darstellt. Um das zu ändern bedarf es öffentlicher Auftritte und attraktiver Publikationen, die mehr sind als Selbstdarstellungen. Wie kann man das erreichen? Eine Lösung vermag auch ich nicht aus der Tasche zu ziehen, aber mit gemeinsamen Überlegungen und der Einsicht, das Änderungen im Auftritt von Nöten sind, sollte es gelingen, dass ein Bibliophilen-Abend öffentliches und nicht nur das Interesse einiger weniger findet. An dieser Stelle erinnere ich mich wieder des Ausspruchs eines berühmten Zeitgenossen, der mir am Telefon sagte, „Was machen die Pirckheimer eigentlich?“, was ich zum Anlass meiner Erzählung aus der Welt der Bücher „Was machen Bibliophile eigentlich“ genommen habe. Bemerkenswert ist, dass trotz einer überaus positiven Rezension über den Essay aus berufenem Munde kein Pirckheimer das Heft bestellte, weil entweder der Blog nicht gelesen wurde oder die Selbstgenügsamkeit so tief verwurzelt ist, dass nichts, auch keine Frage das Befinden mit Neugier erschüttern kann. Und das ist genau der Punkt, Neugier und Veränderung zulassen und ergreifen, will man unter den Wellen einer Marktwirtschaft und des Fortschritts nicht ertrinken. Ich glaube nicht, dass ein Horten von Buchbeständen mit Zimelien eines Tages zum Erfolg führt, das Verhältnis zur Ware Buch hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert, unter anderem deshalb, weil die gesellschaftlichen Errungenschaften den Menschen in seiner Einstellung zu den Werten vereinfacht und verändert haben. Der flüchtige Genuss ist das Maß aller Dinge geworden, vergleichbar einer Kreuzfahrt in zehn Tagen in fünf Länder und acht Städte. Da hat das alte wertvolle Buch kaum eine Chance zur Entfaltung, es sei denn, es wird neu entdeckt.


Donnerstag, 28. Juli 2016

Bibliophiles - 11

Lesen

Sich auf einen fremden Text einlassen ist die originäre Ausdrucksform einer Tätigkeit, die dem Menschen seit Urgedenken eigen ist oder war?

Im Insel-Almanach auf das Jahr 1909 habe ich einen Beitrag von Hugo von Hofmannsthal über Balzac gefunden, der sich mit dem Lesen beschäftigt. Er schreibt: "...Wo immer sie (in seinen Büchern) aufschlagen, bei einer Abschweifung über Wechselrecht und die Praktiken der Wucherer, bei einem Exkurs über legitimistische oder liberale Gesellschaft, bei der Schilderung eines Kücheninterieurs, einer ehelichen Szene, eines Gesichtes oder einer Spelunke werden sie Welt fühlen, Substanz, die gleiche Substanz, aus der das Um und Auf ihres Lebens gebildet ist. Sie werden unmittelbar aus ihrem Leben in diese Bücher hinüberkönnen, ganz unvermittelt, aus ihren Sorgen und Widerwärtigkeiten heraus, ihren Lieblingsgeschichten und Geldaffären, ihren trivialen Angelegenheiten und Ambitionen."


Dieser Absatz enthält alles, was das Lesen bewirkt und enthüllt - eine imaginäre Substanz, die zu Fantasien befähigt und den geistigen Horizont erweitert. Der Kopf braucht es, will in ihm nicht die Kraft zur Orientierung versiegen.
Ich halte es für gefährlich, sich diesem Tun zu versagen und nur noch der kontrollierten Bildsprache der Medien Glauben und Anleitung zum Alltag zu schenken. Man verlernt das Nachdenken, eine Fähigkeit die Programmierer nur zu gut beherrschen. Ein gutes Buch, auch eines der klassischen Autoren wie Balzac, ist die beste Medizin für einen geruhsamen und unverfänglichen Feierabend.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Bibliophiles - 10

Vom Wandel und Werdegang einer Zeitschrift - Philobiblon

Der erste Jahrgang dieser renommierten Zeitschrift für Bücherfreunde erschien unter dem besagten Titel im April 1928 bei Herbert Reichner in Wien.



Im Mitteldeutschen Rundfunk heißt es im Jahre 1933 über die Zeitschrift: "Der echte Bibliophile wünscht sich eine Zeitschrift, die nur ganz kurze Aufsätze und vor allem interessante Neuigkeiten über Sammler, Sammlungen, sonderliche Werke, seltene Unica und vielleicht ein bisschen aus der - chronique scandaleuse des bibliophiles - enthält. Herbert Reichner in Wien hat es auf eine wirklich sehr geschickte Weise verstanden, in seiner seit 1928 erscheinenden Monatsschrift PHILOBIBLON eine Art laufender Chronik über das weite Gebiet alter und neuer Bibliophilie zu schaffen. Es ist amüsant durch die Fülle der Notizen. Der Leser braucht sich nicht anzustrengen, er erfährt alles, was er wissen will, in knappster und doch erschöpfender Form. Er reist mit seinem Reiseführer auf bequemste Weise durch das Land Bibliophilia. Die Herausgabe einer solchen Zeitschrift ist eine Leistung." So Dr. Julius Rodenberg.
Als das letzten Hefte im Verlag von Herbert Reichner erschien mit dem 9. Jahrgang, 1936, das Heft 7/8.



Das 9. Heft des 9. Jahrgangs wird erst im Herbst 1937 bei Rudolf Rohrer in Brünn, Leipzig und Wien verlegt. Dort erschienen auch noch die Jahrgänge 10 und 11 bis zum Heft 6. Ab Heft 7 des 11. Jahrgangs wechselte die Herausgabe an Johannes Asmus nach Leipzig, wo auch noch der abschließende Jahrgang 12 bis zum Heft 10, 1940, eine verlegerische Heimstatt fand.

Bibliophiles - 9

Papierliebhaber

"Wir machen die Sachen, die nimmer vergehen,
Aus Tüchern die Bücher, die immer bestehen,
Wir schikken zu drükken den Drukkern von hier,
Die geben das Leben dem toten Papier, ..."

Auszug eines Verses von Michael Kongehl, Königsberg i. Pr. 1685

"Der Künstler, er sei Dichter, Maler oder Grafiker, wird Stellung zu nehmen haben zu dem Stoff, welcher der Träger seiner Gedanken ist; er wird ihn lieb gewinnen und zu schätzen wissen wie einen Kameraden, an den ihn Schicksal und Neigung binden. So können wir es häufig erleben, wie die geheimnisvolle Liebe zum Material im Werk des Schaffenden melodisch mitschwingt und nachklingt." - schreibt Armin Renker in einem Beitrag zum Philobiblon, 8. Jg. Heft Nr. 1 aus dem Jahre 1935.
Hermann Hesse ist nur ein Beispiel eines solchen Künstlers, der ein besondere Anziehung zum Papier empfand und es wird im nachgesagt, dass er eine reichhaltige Sorten-Sammlung sein Eigen nannte, wenngleich das Urmanuskript des Steppenwolfs auf vielfältigen Papierresten, wie Hotel-Rechnungen oder sonstiger geschäftlicher Korrespondenz seine Niederschrift fand. Aber auch diese Eigenart zeugt von der Achtung des Autors gegenüber dem Papier, das geläufig nur einseitig oder zu schnell der runden Ablage anvertraut wird.


Armin Renker, aus dessen Buch, "Das Buch vom Papier", die obigen Abbildungen stammen, hat 1934 ein wundervolles Buch über das Papier geschaffen, das zu Lesen einem Bücherliebhaber das Herz öffnet und dem Material, aus dem die Gegenstände seiner Verehrung geschaffen sind, wieder Ehrerbietung in Erinnerung bringt. Auch mir macht es gelegentlich Freude, besondere Papiere für meine Korrespondenz zu verwenden, und ich bedauere es sehr, dass ich zum Beispiel meinen Hefte der "Einbogendrucke" nicht habe in ein besseres Kleid geben können, weil die Verlagsauswahl mir dies nicht anbietet. Bibliophiles Gedankengut hätte bibliophilen Geschmack verdient.

Freitag, 15. Juli 2016

Werkstattnotizen - 16

Kaleidoskop einer Leidenschaft - 2

Alle Felder im Kaleidoskop sind nunmehr mit Merkmalen einer Leidenschaft befüllt. Die Erzählung 9 ist in Arbeit und die Beendigung des Projektes mit den Feldern (Heften) 10 -12 für Ende September geplant. Leider wird es aus Kostengründen keine limitierte Vorzugsausgabe in Form von signierten Kapitelheften mehr geben. Mit Heft 7 wurde dieses Vorhaben eingestellt.


Dieses Projekt am Beispiel eines Bücherliebhabers ist der Versuch, an Hand von Geschichten (hier Erzählungen aus der Welt der Bücher) die Eigenarten leidenschaftlicher Regungen zu beleuchten. Es ist mit dieser Art Seelenhaltung etwas Eigenes, dass bei unseren Mitmenschen oftmals auf Unverständnis, Verwunderung oder Spott trifft. Ob es sich dabei um ein Hobby oder die Ausprägung spezifischer Fähigkeiten, wie im Sport oder im Beruf handelt, immer sind es mehrere Faktoren, die zu den Eigenheiten führen, die diese Menschen in ihrem Tun als außergewöhnlich erscheinen lassen. Es ist manches Eigenwillige dabei, aber auch allerlei Liebenswertes und Verrücktes. Mögen die kurzweiligen Geschichten dazu beitragen, Menschen etwas besser zu verstehen.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Bilanz

Keine verhagelte Bilanz

Nichts bleibt wie es ist, bedeutet wohl die bitterste Erkenntnis, die wir aus dem Verlauf unseres Lebens ziehen. Oder positiv ausgedrückt, Veränderungen sind das einzig Zuverlässige, das sich im Leben ereignet. Unser Auge schaut derweil gleichgültig zu und versenkt derweil Bilder in unser Gedächtnis, deren wir als Einzige zum vergänglichen Lebensgang habhaft werden. Da schaue ich auf die erste Bücherwand, gefertigt von der Hand meines Vaters, die sich langsam mit Beständen füllt, dann ihren Weg über eine nächste Wohnung bis ins eigene Haus nimmt und dabei zunehmend von weiteren Regalen begleitet wird. Auch sie bleiben nicht lange leer und ergeben bald eine stattliche Privatbibliothek. Doch dann kommt der Tag, an dem sie ausgebaut, die Bücher in scheinbar unzählige Kisten verpackt, ihre Reise in ein nächstes und bald darauf weiteres Ziel antreten. Inzwischen sammeln sich Lebensjahre zu einer würdigen Zahl, die den Beginn des letzten Daseinsabschnittes einleitet. Erloschen sind inzwischen die Bemühungen zur Mehrung der Buchbestände, denn am Horizont zeichnen sich Einschränkungen ab, die eine Auswahl der vorhandenen Bücher bedeuten. Und so kommt, was vor Zeiten für einen Bücherliebhaber undenkbar, Bände werden aus dem Katalog ausgetragen und wandern ab über den Postverkehr und andere unsagbare Wege. Es ist ein Abschied in bitteren Raten, weil Niemand ein Interesse an den begleitenden Lebensumständen hat und so erweist die bittere Lebenserfahrung ihre widerliche Bestätigung, dass wir im Grunde genommen allein und ohne Bedeutung sind. In meiner kleinen Geschichte "Abschied" habe ich in veränderter Weise die Umstände verkleidet, deren wir uns eines Tages ergeben müssen. Ein sich Herausschreiben aus dieser Situation ist vielleicht der einzige Weg aus dieser Entäuschung, obgleich manches lieber in der Feder geblieben wäre. Ein rechter und verantwortungsvoller Autor ist derjenige, der manches Buch ungeschrieben ließe, habe ich unlängst in einem alten Bibliophilen-Kalender gelesen. Warum nur tun wir Dinge, die all dem widersprechen. Ich weiß es, aber jeder wird selbst darauf kommen.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Einladung zur Subskription

Die 30 limitierten Exemplare der Einbogendrucke des "Kaleidoskops der Leidenschaft" werden bis zum 31. Juli 2016 zum Preis von je 4 € /Heft zzgl. 1 € Porto angeboten. Bestellen Sie die ersten 5 Hefte in einer Lieferung, erhalten Sie diese also zum Gesamtpreis von 21 €. Die Bestellungen für dieses Angebot ist nicht über epubli oder Amazon möglich und kann nur direkt über mich erfolgen: Harald Kugler. Die Lieferzeit beträgt 10 Werktage.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Gedanken zu den ersten Heften der Einbogendrucke


Die Fußball-Europameisterschaft hat auch etwas Gutes, endlich fand ich Zeit, mich wieder mit Neuerwerbungen in meiner Bibliothek zu befassen, diesmal mit der Heftreihe zur Bibliophilie von Harald Kugler, die dieser in Anlehnung an seine Trilogie zum Bibliophilen-Abend schrieb und auch selbst herausgibt.
Auf Heft 3 konnte ich schon einmal verweisen und nun, nach Lektüre der vorliegenden ersten 5 Hefte, kann ich schon einmal sagen, dass das angekündigte vorzeitiges Aus dieser Reihe nach dem 7. Heft schade ist. Nicht nur, weil es Spaß machte, diese geschmackvoll gestalteten Hefte zu sammeln, die, wie es sich für den Bibliophilen gehört, in limitierter Ausgabe erschienen, sondern weil diese Hefte wunderbar das Interesse an der Liebe zu Büchern und an einer guten eigenen Bibliothek schildern und den Leser wirklich abtauchen lassen in die Welt der Bibliophilen bis hin zum Verständnis des Bibliomanen. Man findet sich als Bücherfreund wieder, man ist gleichsam im Dialog mit Gleichgesinnten und entdeckt Zitate von Persönlichkeiten aus der Welt des Buches, die schon fast in Vergessenheit geraten sind, wie Karl Wolfskehl oder Max Dauthendey.
Dabei handelt es sich keineswegs um bloße, trockene Erklärungen eines Bibliophilen, der die einzelnen Seiten seiner Leidenschaft vom kulturellen Anliegen bis hin zur ausufernden Besessenheit für sich selbst reflektiert - diese Schilderungen sind eingebunden in Rahmenhandlungen, in denen sich die Protagonisten, allesamt konfrontiert mit den Stärken und Schwächen, mit den Erfolgen und Irrwegen dieser Leidenschaft, beweisen müssen. Dem Autor Harald Kugler ist es damit nicht nur gelungen, das Interesse an der Bibliophilie zu wecken, sondern auch interessant und sogar spannend zu vermitteln, ein Verdienst, welches im Rahmen der "modern" gewordenen Diskussion über das angebliche Ende des gedruckten Buches nicht hoch genug zu würdigen ist.
Es ist gut zu wissen, dass das Ende der Einbogendrucke mit den einzelnen Kapiteln nicht das Ende der "Schilderung einer Leidenschaft" ist.

Abel Doering

Montag, 13. Juni 2016

Werkstattnotizen - 15

Kaleidoskop einer Leidenschaft

So der Titel meines neuesten Buchprojektes, dem bislang 7 Hefte als limitierter Sonderdruck unter der Reihenbezeichnung "Erzählungen aus der Welt der Bücher" voran ging. Jedes Heft wird als Kapitel ohne Nummerierung in das Buch eingehen, so dass später wahllos über die Eigenschaften bzw. Eigenarten der Leidenschaft eines Büchersammlers nachgelesen werden kann. So wie es im Haft 7 "Was willst?" als Einleitung dargestellt, ist jede Leidenschaft gefährlich nahe verwandt mit einer Sucht und darüber hinaus mit einigen weiteren liebens- oder leidenswerten Eigenschaften gepaart, die ich darzustellen in meinem Buch unternommen habe. Eine Leidenschaft beinhaltet, wie es vom Wortstamm schon vorweg genommen, manchmal Leiden aber auch viel Freude und sie ist in ihrer dargestellten Eigenart als Bibliophilie dabei durchaus auch mit anderen Sachgebieten vergleichbar. Für die ersten acht Kapitel sind bereits solche Eigenschaften oder Eigenarten definiert, den übrigen geplanten Heften obliegt noch Beobachtungsgabe, dergleichen Charakteristika aus dem eigenwilligem Tun heraus zu schälen.

Ob es die Hefte 8 -12 auch als limitierten Sonderdruck vorab gibt, behält sich der Autor wegen der kostenaufwendigen Bereitstellung noch vor.Der Bibliotaph Besitz Von unsichtbarer Hand Rechenschaft Was machen Bibliophile eigentlich Umgang Das Bücherdreieck Merkmale Abschied Verlust Die Versicherung Wert Was willst? Sucht Glücksschmiede Besessenheit Bibliophilie Kaleidoskop einer Leidenschaft

Montag, 6. Juni 2016

Erfahrungen

Schreiben als Lebenselexier

Maschine Dieter Birr tut es, Gregor Gysi tut es und auch von Wolfgang Lippert haben wir schon Gedanken über ihren Lebensweg vernommen. Aufarbeiten der eigenen Geschichte ist eine durchaus lohnende, weil die Neugier befriedigende Selbstdarstellung des Lebens. Ich kann jedem nur dazu raten, denn die Kinder und Enkelkinder erfahren daraus Hintergründe aus der eigenen Familie, die sonst, weil ungeschrieben, mit ins Grab wandern. Es gibt, wenn der Bedarf besteht, preiswerte Druckverlage wie die epubli GmbH Berlin, die den verfassten Text in ein brauchbares Buch verwandeln.
Meine Mutter hat ihre Geschichte schon vor Jahren mit der Bemerkung aufgeschrieben, dass sie Vergessen verhindern wollte. Es war für mich allerdings schon lange kein Geheimnis mehr, dass sie während des 2. Weltkrieges einen langen Weg von Kaunas (Litauen) bis nach Köthen in Sachsen Anhalt zurück gelegt hatte. Nur was sie auf ihrem Weg alles erlebte, die Mühsalen einer Flüchtlingsfamilie im zerstörten Deutschland, die Ablehnung aber auch Hilfe, die ihr zuteil wurde, habe ich erst aus ihren Analen erfahren.


Schreiben fordert den Kopf zum Arbeiten auf und ist insofern eine Stimuli gegen das Versiegen der geistigen Kräfte. Wer allerdings hofft, dafür einen Publikumsverlag zu finden, dem kann ich um seiner Bemühungen Willen nur abraten. Ob die Memoiren der genannten Prominenten wirklich lesenswert sind, vermag ich nicht zu entscheiden, sie haben aber eine Fan-Gemeinde, die einen gewissen Umsatz der Bücher garantiert. Das weiß auch ein Verlag und misst dergleichen immer am Erfolg seiner Unternehmung. Als Privatmensch muss man sich mit der Gewissheit begnügen, dass die Aufzeichnungen der eigenen Familie oder Freunden und Bekannten manch der Sonderlichkeiten erklären, die ihnen im Umgang mit dem Schreiber der Lebensgeschichte begegneten. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Dienstag, 31. Mai 2016

Werkstattnotizen - 14

Das Geheimnis um meine Einbogendrucke

Jetzt, nachdem nahezu die Hälfte meines Vorhabens geschafft ist, kann ich das Geheimnis um meine Einbogendrucke und mein neuestes Buchprojekt lüften. Es trägt den Titel "Kaleidoskop einer Leidenschaft" und kann durch folgendes Bild dargestellt werden


B i b l i o p h i l i e

Heft 1 steht für B - Besitz
Heft 2 … e - Rechenschaft
Heft 3 … l - Umgang
Heft 4 … h - Merkmale
Heft 5 … i - Verlust
Heft 6 … p - Wert
Heft 7 ...

Wie nun leicht ersichtlich, werden noch weitere 6 Heft meiner Einbogendrucke folgen, über deren Inhalt noch der Mantel des Schweigens hängt. Mir ist bewusst, dass die Hefte zu einem Preis von 7 € recht preisintensiv sind, doch Lektorat, Druck und Vertrieb über die epubli GmbH Berlin lassen kein anderes Entgelt im Selbstverlag zu. Der Autor hat auch noch Hefte auf Lager, so dass solche mit Widmung und Nummerierung und ohne die bei Amazon üblichen Versandkosten etwas kostengünstiger erhältlich sind.




Dienstag, 24. Mai 2016

Bibliophiles - 8

Ein Verleger der Bibliophilie - Hans von Weber

Am 22. April 1924, seinem 52. Geburtstag, war der Münchner Verleger Hans von Weber gestorben. Kunde über sein Werk geben z. B. die Beiträge von H.F.S. Bachmair im IX. Jahrgangsheft des Imprimatur aus dem Jahre 1940, Seiten 72 ff oder dem in der Zeitschrift "Die Bücherstube", von G. Hildebrandt im 3. Jahrgang von 1924, Seiten 311 ff wieder. Der Beitrag im Imprimatur beginnt mit der Bemerkung des Bibliophilen: "Das Verlegen ist wie die Liebe: es hört nimmer auf, auch wenn's schief geht, bleibt das Herz dran hängen."
Viele außergewöhnliche buchkünstlerische Veröffentlichungen verdanken die Bibliophilen seiner Gabe zur Bücherliebhaberei. Erwähnenswert nur die "Drucke für die Hundert" (39 Ausgaben), die mit dem bibliophilen Kleinod der "Winkelhaken" begleitet wurden.


Von besonderer Gediegenheit zeugt auch seine Zeitschriftausgabe "Hyperion", erschienen in 12 Heften auf drei Jahrgänge verteilt, die viele Erstdrucke namhafter Autoren jener Zeit um 1908-1910 sowie jeweils zahlreiche Lithographien enthielten.
Hans von Weber hat mit seinen Mitteln und Möglichkeiten viel versucht und ist auch oft gescheitert. Ein Gehaben, das heutigen Tags keinen Nachahmer mehr findet. Mit der Periodika "Der Zwiebelfisch", der eigentlich ein Aprilscherz sein sollte, kam zum Abschluss noch einmal sein Talent zur Satire, der Fantasie und dem Anspruch "Geschmack an Büchern" zu finden, zum Ausdruck.

Warum habe ich mir diesen Bibliophilen zum Erinnern auf meiner Homepage erwählt? - Es ist die Identität der Einstellung zum Buch. Bei mir ist nicht das Bücherverlegen wie die Liebe, die nimmer aufhört, auch wenn's schief geht, es ist das Schreiben, an dem mein Herz auch hängt, obgleich mir bislang kein Erfolg beschieden ist.
Ich möchte diesen Beitrag mit den Worten von Thomas Mann aus der "Tischrede an Pfitzner" (1919) beschließen: "Wozu arbeitet man? Wozu müht man sich, es den Menschen, den besseren Menschen recht zu machen? Nicht, um geliebt und gelobt zu werden. Ich finde, man tut es vielmehr, um lieben und loben zu dürfen."



Mittwoch, 18. Mai 2016

Bibliophiles - 7

Beilagen in Periodika

Als eine freudige und bibliophile Entdeckung erweisen sich gelegentlich die Zeit überdauernden Beilagen in Periodika, wie sie unten dargestellt im dritten Jahrgang aus dem Jahre 1899/1900 in der Zeitschrift für Bücherfreunde gefunden wurden.

Die Litterarischen Mitteilungen des E. Pierson's Verlag in Dresden enthält zum Beispiel die Ankündigung der ersten Veröffentlichung der "Romantische Lieder" von Hermann Hesse.


Lang vergessen auch der "Kunstwart" des Herausgebers Ferdinand Avenarius.
Die Ankündigung des Druckes "DIR" mit Gedichten und Zeichnungen von Heinrich Vogeler Worpswede ist auf feinem Insel-Bütten gedruckt und stellt wie die anderen Beilagen auch durchaus ein bibliophiles Kleinod dar. Dem gleichen Halbjahresband der genannten Zeitschrift für Bücherfreunde wurde auch die Ankündigung eines Mappenwerks und einer Monatsschrift unter dem Namen "Die Insel" entnommen. Auch dieses Blatt trägt das berühmte Wasserzeichen mit dem Signet von Peter Behrens.
Mit welch einfachen Dingen die Bibliophilie aufwarten kann.

Freitag, 13. Mai 2016

Werkstattnotizen - 13

Vorschau auf Heft 5 der Erzählungen aus der Welt der Bücher, kurz EAWB

Im nächsten Heft mit dem Titel "Abschied" geht es um die Verlustängste eines Bibliophilen und die schmerzliche Erkenntnis, dass wir eines Tages all unsere Bücherlieblinge auf dieser Welt zurück lassen müssen.


Das Heft ist für den Juli in Planung.

Dienstag, 3. Mai 2016

Anm. eines Lesers

Abel Doerings Foto.
Karl Wolfskehl
Einbogendrucke 3
- Erzählungen aus der Welt der Bücher -
Was machen Bibliophile eigentlich?

Eingebunden in Betrachtungen von Harald Kugler findet sich ein Essay aus der Zeitschrift für Bücherfreunde aus dem Jahre 1928 von Karl Wolfskehl "Bibliagogik oder Über bibliophile Behandlung von Büchern", der auch als bekannter Bibliophile und Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend Judentum und Deutschtum als Ströme einander befruchtenden Lebens betrachtete.
Harald Kugler stellt dieses Essay von Wolfskehl mit dem Engagement und der Kompetenz eines Bibliophilen dieses Jahrhunderts vor und lässt mit seinen Betrachtungen alle Spekulationen vom angeblichen Ende des gedruckten und gebundenen Buches im elektronischen Zeitalter nichtig erscheinen. Damit ist dieses Heft 3 eine Perle in der stetig wachsenden Reihe "Einbogendrucke".
(Abel Doering)

Montag, 2. Mai 2016

Werkstattnotizen - 12

In Vorbereitung

Das Heft 4 der Erzählungen aus der Welt der Bücher: "Das Bücherdreieck"

Während meiner Urlaubsreise nach Bad Füssing ist mir dieser Titel vor Augen gekommen und eine Spielbank, das Große Kurhaus und die ökumenische Pfarr- und Kurbücherei haben ihren namensprägenden Anteil daran. Nicht mehr aber auch nicht weniger, denn der Inhalt meiner neuen Erzählung hat wenig mit diesen Gebäuden zu tun. Vielmehr gab ausschließlich der Name Bücherdreieck eine Anregung dazu, etwas gedanklich auszumalen, das in meiner Fantasie viel mit Büchern zu tun hat. Der Leser mag sich überraschen lassen, das Heft ist für den Juni in Vorbereitung.


Einer kleinen Enttäuschung sei an dieser Stelle resümierend Ausdruck verliehen: Ich hatte mir mehr Resonanz auf meine Erzählungen aus der Welt der Bücher erhofft, kommen die Geschichten doch nachdenklich und fantasievoll daher. Kommentare sind deshalb erwünscht.

Mittwoch, 13. April 2016

Bibliophiles - 6

In Planung befindlich

(Hätte auch in der Rubrik Werkstattnotizen erscheinen können, habe mich aber letztendlich vom Inhaltlichen leiten lassen)

In einem Gespräch mit einem bekannten Zeitgenossen wurde mir die Frage gestellt, was machen Bibliophile eigentlich?

Diese Bemerkung hat mich bewogen, einmal darüber nachzudenken und es ist ein weiteres Heft in meiner Reihe "Erzählungen (hier Essay) aus der Welt der Bücher" dazu entstanden.


Eingang in diese Betrachtungen hat auch der Text von Karl Wolfskehl "Bibliagogik oder Über bibliophile Behandlung von Büchern" gefunden, der erstmals in der Zeitschrift für Bücherfreunde, Jahrgang XX aus dem Jahre 1928, erschienen war.

Werkstattnotizen - 11

Verlagsbescheide zum Buchprojekt "Nirgendwoland"

Nachdem am 23./24.02.2016 fünfzehn Verlage bzw. Literaturagenturen angeschrieben worden sind, ergibt sich bisher folgende Kontaktstatistik:

24.02.16 Ablehnung - 1 ... passt nicht in das Profil der Agentur.
25.02.16 Ablehnung - 2 ... Kapazitäten zur Bearbeitung sind erschöpft. Viel Erfolg weiterhin.
26.02.16 Ablehnung - 3 ... Ihr Manuskript würde in unserem Programmkontext vermutlich keine große Beachtung finden. Weiterhin alles Gute.
04.03.16 Empfangsbestätigung - 4 ... Sehr gerne prüfen wir ob Ihr Manuskript in unser Programm passt. Bitte haben Sie Geduld.
09.03.16 Ablehnung - 5 ... Sehen Leider keine Möglichkeit, Ihr Projekt in unsere aktuelle Programmstruktur einzufügen. Es ist kein Werturteil.
11.03.16 Ablehnung - 6 ... Buchidee hat grundsätzlich gut gefallen, sehen aber keine Chance einer Veröffentlichung am stark umkämpften Markt.
31.03.16 Ablehnung - 7 ... Kommentarlose Rücksendung der kompletten Unterlagen zum Manuskript.
04.04.16 Ablehnung - 8 ... Leider konnten wir uns nicht für Ihr Buchprojekt begeistern.
27.04.16 Ablehnung - 9 ... dass wir derzeit so überlastet sind, dass wir uns außerstande sehen, neue Autoren aufzunehmen

Es ist genug. Weitere Ergänzungen vorbehalten.

Wenn der Flop eines Tages vorbei kommt, werde ich ihm mein Manuskript mitgeben. Wenngleich ich beim Verfassen des Textes viel Erbauung am Fantasiespiel des Nachdenkens hatte und die Trennung von einem Projekt nicht eben leicht fällt, ist scheinbar die Übung manchmal der einzige Zweck einer gewissen Lebenszeit. Und man weiß nie so recht, wozu es gut war.

Sonntag, 3. April 2016

Werkstattnotizen - 10

Vorschau auf das zweite Heft der Erzählungen aus der Welt der Bücher

Von unsichtbarer Hand


Der Protagonist dieser Erzählung Jasper findet eines Tages plötzlich auf dem Schreibtisch seiner Bibliothek ein aufgeschlagenes Buch vor. Ein Vers steht ihm da vor Augen, der ihn zur Beschau über sein Leben zwingt.

Dienstag, 15. März 2016

Werkstattnotizen - 9

Mitteilung über eines neues Projekt, genannt

-Erzählungen aus der Welt der Bücher-

In loser Folge erscheint jeweils eine Erzählung als Heft in einer Reihe mit dem Namen Einbogendrucke (nicht mehr als 24 Seiten). Die Hefte werden auf maximal 30 Exemplare limitiert und im Buch vom Autor eigenhändig nummeriert. Jede Erzählung beginnt mit einer Initiale. Gedruckt wird als Book on Demand über die epubli GmbH Berlin in Bookman Old Style zu 14 Point und breitem Rand im Format A5. Jedes Heft erhält zudem eine andere Farbe. So wie hier unten dargestellt ist das Cover angedacht:


Der Preis der Hefte beläuft sich inclusive Versand auf 8 €.
Die erste Erzählung trägt den o. g. Titel.

Dienstag, 8. März 2016

Werkstattnotizen - 8

Graf Prokopus in seiner Hilflosigkeit einer Entfremdung Herr zu werden.
Nach einer Zeichnung von Peter J. N. Geiger. Stahlstich für die Erzählung "Prokopus" von Adalbert Stifter für den Almanach "IRIS" 1848 von J. Axmann
Adalbert Stifters Vorrede in dem Band "Bunte Steine", zu dem auch die Erzählung "Prokopus" gehört, sollte ein um das andere Mal wieder gelesen werden, dass man im scheinbar Unbedeutendem die Gefahren einer "inneren Zerwirrung" erkennt.

Montag, 7. März 2016

Bibliophiles - 5

Buchbindemeister Emil Wolf

Nachstehendes Foto zeigt an einem Beispiel aus meiner Sammlung die hohen Fertigkeiten der alten Buchbindemeister, die uns, den Bibliophilen, jene Neigung zu den Büchern als eine Lust in die Seele gelegt haben, die als Liebe zu den Erzeugnissen der Buchdruckerkunst ihren Ausdruck findet.


O. Mora und H. Thoele "Novellen aus dem Altertum", Verlag von Wilhelm Friedrich Leipzig, 1897, (Hofbuchhändler)

Das schöne Äußerliche dieses Buches wird durch einen ziselierten goldigen Rundumschnitt ergänzt.

Auf dem Vorsatzpapier steht zudem noch eine Zueignung:
Diese Buch wurde mir am 1. November 1945 von Frau Olga Wolf zugeeignet. Es ist ein von ihrem am ... (Datum fehlt) verstorbenem Mann, dem Buchbindemeister Emil Wolf, selbst eingebundener Band. (Unterzeichneter) Max Seidel

Mittwoch, 2. März 2016

Werkstattnotizen - 7

Abgesang zum Nirgendwoland

Was wollte ich mit diesem Buch erreichen? Einfach und auf einen Nenner gebracht, vergnügt zum Nachdenken anregen.
Nachdenken darüber, was Europa in der Gegenwart einholt, nachdem man betulich die Vergangenheit und die aus ihr resultierenden Folgen ignoriert hat. Ein Großmachtstreben auf der Basis weltweiter Reichtümer, die in den Fortschritt einiger weniger Länder des Nordens geflossen sind, während die übrige Welt nur vom Teilen oder Anteil nehmen träumen durfte. Anstatt den immer weiter wachsenden Gewinn dort einzusetzen, wo eifriges Streben den Boden als Lebensgrundlage einer Landbevölkerung auslaugte, sucht man den Fortschritt auf eine unsinnige Weise auszuweiten, der schlussendlich Menschen hinterlässt, die kaum mehr schreiben und lesen können. Das verursacht eine fatale Angleichung der Fähigkeiten unter der Weltbevölkerung, nur dass 80 % davon zudem noch hungern müssen, während die übrigen 20 % von Nahrungsmitteln überschwemmt werden. Gemeinsames Handeln ist hier die einzige Lösung eines Problems, das in einer neuen Völkerwanderung auf die fortschrittlichen Länder des Nordens zukommt. "Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen", hat Goethe einst in seinem Faust geschrieben und uns mit diesem Satz zu einer schwerwiegenden Schlussfolgerung ermahnt. Wir hätten stattdessen besser prüfen sollen, welches Erbe wir übernommen und sollten schon vor langer Zeit darüber nachgedacht haben, dass wir gemeinsam unsere Erde bewohnen.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Bibliophiles - 4

    Was hat es nicht alles schon für Bücherwürmer gegeben !!


Der Bücherwurm - eine Monatszeitschrift für Bücherfreunde, ab 1910 im Verlag des Bücherwurms Dachau zunächst von Walter Weichhardt und dann von Karl Rauch herausgegeben. Es gab dazu ab dem 2. Jahrgang eine Liebhaber-Ausgabe in kleinerer Auflage auf besserem Papier und in Fadenheftung. Jedes Heft der Liebhaber-Ausgabe enthielt eine eigene Kunstbeilage, Autotypien, Farbendrucke, Original-Holzschnitte und Lithographien. Die Zeichnungen eines Heftes wurden in der Regel einem Künstler übertragen. Dieses erste Heft des zweiten Jahrganges der Liebhaber-Ausgabe wurde von Emil Preetorius gestaltet.
Wie erfrischend ist es, in solchen alten Zeitschriften für Bücherfreunde zu blättern. Zwar enthalten diese schönen Hefte auch Werbung, doch ist sie erstens nur neuen Buchausgaben gewidmet und zum anderen an das Ende der jeweiligen Hefte verbannt.