Mittwoch, 24. Februar 2016

Bibliophiles - 4

    Was hat es nicht alles schon für Bücherwürmer gegeben !!


Der Bücherwurm - eine Monatszeitschrift für Bücherfreunde, ab 1910 im Verlag des Bücherwurms Dachau zunächst von Walter Weichhardt und dann von Karl Rauch herausgegeben. Es gab dazu ab dem 2. Jahrgang eine Liebhaber-Ausgabe in kleinerer Auflage auf besserem Papier und in Fadenheftung. Jedes Heft der Liebhaber-Ausgabe enthielt eine eigene Kunstbeilage, Autotypien, Farbendrucke, Original-Holzschnitte und Lithographien. Die Zeichnungen eines Heftes wurden in der Regel einem Künstler übertragen. Dieses erste Heft des zweiten Jahrganges der Liebhaber-Ausgabe wurde von Emil Preetorius gestaltet.
Wie erfrischend ist es, in solchen alten Zeitschriften für Bücherfreunde zu blättern. Zwar enthalten diese schönen Hefte auch Werbung, doch ist sie erstens nur neuen Buchausgaben gewidmet und zum anderen an das Ende der jeweiligen Hefte verbannt.

Freitag, 12. Februar 2016

Werkstattnotizen - 6

Der Umriss auf mein neues Buchprojekt "Nirgendwoland"

Prolog


Als Frucht meiner Fantasie mögen diese Beschreibungen eines dreisten Lebens ihre Fahrt unter die Augen einer interessierten Leserschaft aufnehmen, dass sie erkennen möge, was Unbekümmertheit verrichten kann und wie unwichtig all der betuliche Ernst in einer strebsamen Gesellschaft ist. Wir werden Wieland und seinen Sohn Anton kennen lernen, die der Autor in seiner Fantasie geboren hat und die sich mit dem Lesen und dem Verlauf des Buches zu vertrauten Personen entwickeln werden. Wie der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, so wird Anton zu einem Ebenbild seines Vaters, gleichsam voller Froh- und keckem Eigensinn. Eines bestimmten Buches wollen wir an dieser Stelle noch Erwähnung tun, denn es spielt in beider Lebensgeschichten eine nicht unbedeutende Rolle und neigt schon vom Titel her zur Bereicherung dieser Erzählung. Die Rede ist von Rousseaus  „Bekenntnisse“, dessen Freimütigkeit in der Ausführung viel zur Formung der Charaktere von Wieland und Anton beigetragen hat. Was dem Christen die Bibel, war den beiden die Selbstdarstellung des erwähnten Autors, eine Anleitung zur offenherzigen Rede. Und deren Fluss wollen wir nun folgen und lauschen ihrem fantasievollen Klang.
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Das Buch erzählt von der Familie Stammvater, die mit ihrer Geschichte gelebte Wirklichkeit und ideelle Sehnsüchte nach einer solidarischen Gesellschaft widerspiegelt.
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Epilog

Nachdem mein Vater aus Senftenberg zurück gekehrt war, fand ich ihn am Nachmittag in nachdenklicher Stimmung in seiner leeren Gaststube sitzen. Als er mich erblickte, hellte sich sein versonnener Gesichtsausdruck für einen Moment auf und er schlug mir einen Spaziergang zum Rand des nördlichen Tagebaus vor.

Das schwarzbraune riesengroße Erdloch erstreckte sich soweit das Augen schauen konnte ringsum jene kleine Enklave, auf der sich Kremmlau bislang als Dörfchen erhalten konnte. Große Schaufelradbagger und Tagebauableger krochen in weiter Entfernung nahezu unbeweglich wie Stahlmonster über die Sohle und schaufelten ein schwärzliches Rinnsal auf bereitstehende Waggons. Menschen waren keine zu sehen.

„Es tut mir leid mein Junge“ begann Wieland plötzlich zu erzählen, „dass, was sich hier vor uns ausstreckt, ist die Aussicht auf eure Zukunft. Wir haben es leider nicht geschafft, dass es besser ausschaut, denn wir kämpften wie einst Don Quichotte und Sancho Panza gegen Windmühlen. Vielleicht war dieses Buch schon bei seiner Entstehung im 16. Jahrhundert Ausdruck eines weitsichtigen Fantasten, dass sich das Leben auf diesem schönen Erdenrund auf seinen Untergang zubewegt. Und es wird auch nicht der Umstand hinwegtäuschen, wenn hier später nach der Re-Naturalisierung vielleicht wieder blühende Landschaften entstanden sein werden. Unsere Generation hat schon einen schlimmen Krieg nicht verhindern können, nun zwingt uns der Fortschritt in die Knie, weil wir uns das Leben schön damit reden, es im Grunde aber wieder nur um Machtspielchen geht, wie unsere ganze Geschichte voll davon ist. Unsere Zukunft kann nur in einem gemeinsamen Handeln liegen, frei von jeglichem privaten Dünkel. Wir haben heute in Senftenberg nichts erreicht und man warf uns verweigerte Mithilfe vor, weil wir uns nicht unterordnen wollten. Scheinbar ist die Zeit noch nicht reif, dass aus dem Individuum ein Multividuum wird, Menschen eines noch fernen Landes, nennen wir es „Nirgendwoland“, so wie es der Bernhard schon mal geheißen hat.

Dienstag, 9. Februar 2016

Werkstattnotizen - 5

Kurioses aus der heutigen Bücherwelt:

Durch einen Fernsehbericht aus den letzten Tagen bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass momentan Ausmalbücher für Erwachsene die deutschen Buchläden erobern. In filigranen Bildchen, ähnlich den Mandalas, gelangen diese Beschäftigungsmodelle in die Hände der "Leser". Welche merkwürdige Entwicklung erschließt sich hiermit dem Buchhandel. Nunmehr ist man scheinbar des Nachdenkens endgültig müde und hat einen neue Beschäftigung für die Bürger entdeckt. Was dem Buchhandel gut tut, ist möglicher Weise der Politik dienlich.


Mir selbst ist ein solches Buch unter die Hände gekommen, als ich bei einem Druckverlag die Anfertigung eines Buches bestellte, nur - darin sind 205 leere Seiten, so dass ich zu Fantasien angehalten doch noch selbst nachdenken muss.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Lesung im Lions Club Königsbrück

Im Rahmen unseres Jahresprogrammes habe ich gestern Abend unseren Mitgliedern durch eine Lesung einen Einblick in meine schriftstellerische Tätigkeit verschafft. Die Liebe zum Buch, dargestellt in der Trilogie "Bibliophilen-Abend", war Gegenstand des Abends und wurde mit Begeisterung von ca. 25 Zuhörern aufgenommen. Für mich erfreulich und zum wiederholten Male, fand vor allem die Ausdrucksweise meiner Geschichten Gefallen, die von einem erwählten und die Aufmerksamkeit erheischenden Sprachstil zeugen. So die Verlautbarung einiger Zuhörer. Auch konnte ich wieder zahlreiche Bücher an den Mann bringen und so die Liebe zu den Büchern verbreiten helfen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Werkstattnotizen - 4

Bekenntnis zu meinen Büchern:

Mir ist es bei meinen Büchern bislang nie um bloße Unterhaltung gegangen. Ich ziele mit meinen Texten immer auf ein Befinden.
So beinhalten meine ersten schriftstellerischen Versuche die/meine Liebe zu den Büchern im Allgemeinen (Bibliophilen-Abend, Magie der Bücher, Das Vermächtnis der Bücher).
So werden in einem anderen Buch Probleme in verschiedenen Partnerschaftsbeziehungen (Mutter-Kind, Mann-Frau, Ehepartner, Liebhaber) dargestellt (Die Geschlechter).
So soll in Verbindung mit einer altertümlichen Handschrift zum Nachdenken über Fantasien angeregt werden (Alphabet der Fantasie).
Und last but not least, möchte ich einer alternativen Lebensform das Wort reden und Konsequenzen aufzeigen: Kurz-Exposé zum Nirgendwoland:

Neue Lagezeichnung zum Tagebaugebiet


Das "Nirgendwoland" ist eine Fiktion, bedeutend, eine vertane Chance nach dem Chaos eines Weltkrieges. Im Glauben, sich nach dieser Schreckenszeit einen Fortschritt zu erwirken, bringt sich die Menschheit an den Rand eines noch viel größeren Wahnsinns. Der Tagebau, der das fiktive Dorf Kremmlau umschließt, ist die Ödnis, die ein Abbild jener Erde ergibt, wenn die Kapitalwirtschaft die Natur endgültig ausgelaugt hat. Der Gedanke des im Dorf gelebten Miteinanders wird schließlich durch eine von Menschenhand entfesselte Natur hinweg gefegt.

Montag, 1. Februar 2016

Bibliophiles - 3

Eine Reminiszenz an die Anfangsjahren der Pirckheimer-Gesellschaft

Als ein großer Verehrer von Hermann Hesse habe ich vor Jahren eine Festschrift zu Ehren des 80. Geburtstag des Dichters erworben, die von den Radebeuler Freunden der Bibliophilie 1957 herausgegeben worden war. Verfasst ist der Text von der damals in Radebeul lebenden Autorin Jeanne Berta Semmig, die auch jede der nummerierten Ausgaben signiert hatte. Beide, die Autorin der Festschrift und der Dichter Hermann Hesse, verband nicht nur eine Brieffreundschaft, deren Zustandekommen und Pflege in einfühlsamen Worten von Manfred Altner 2002 in einem Almanach (8) des Hellerau-Verlag Dresden beschrieben ist. Hermann Hesse besaß ein verbindendes Verhältnis zu Dresden, der Stadt, die er nie besucht, aber dort im Verlag Edgar Pierson 1898 sein Erstlingswerk unter dem Titel "Romantische Lieder" veröffentlicht hat. Auch Gunter Böhmer kam aus Dresden, der sich als Illustrator, nicht nur der Werke von Hermann Hesse, später in Montagnola nieder ließ.


Es ist immer wieder erquicklich, wenn man solcher Art Rarität aus dem Fundus einer Bibliothek vor sich liegen hat, die in ihrer Seltenheit für den Betreffenden die Worte von Goethe bestätigen: "Sammler sind glückliche Menschen". Macht uns diese Eigenschaft als Bücherliebhaber zu etwas Besonderem? Ich sage eindeutig ja, denn die in unseren Buchbeständen bewahrten Geister könnten wir jeder Zeit zum "Leben" erwecken.