Dienstag, 23. August 2016

Werkstattnotizen - 19

Die Sonderedition zum Kaleidoskop einer Leidenschaft

Jede Leidenschaft hat ihre Merkmale, die von bestimmten Eigenschaften geprägt werden. Diese sind allen Sammlern, ob sie nun Briefmarken, Bücher oder Grafiken anhäufen, gemein. Gemein allerdings nicht im Sinne einer Allgemeinheit, von der sich jeder berufene Sammler durch jene Eigenarten abhebt, die zu beschreiben den Inhalt der vorliegenden Erzählungen bilden. Die Facetten dieser besonderen Gemütsart reichen von einfühlsam und stolz, über besitzheischend, umgänglich und geduldig bis hin zu besessen, schutzbedürftig und fantasievoll. Aber es sind auch Sucht, Eigensinn, Verlustangst und Rechenschaft, die Leidenschaften zu jenen Höhen beflügeln, wo das Außerordentliche und Bemerkenswerte beheimatet ist.



Nach wie vor gilt das Angebot der Subskription, wonach ein Heft 4 € kostet zuzüglich des Portos je nach Umfang der Bestellung.

Freitag, 19. August 2016

Werkstattnotizen - 18

Exposé zum Kaleidoskop einer Leidenschaft

Erzählungen
ca. 250 Seiten

Heft 1- Der Bibliothaph: Widmet sich dem exzessiven Besitz von Büchern und erzählt davon, was dieselben über ihre Eigentümer verraten.

Heft 2 - Von unsichtbarer Hand: Ist ein Versuch darüber, dass uns Bücher mit ihren Geschichten zur Rechenschaft über das eigene Leben verführen können.

Heft 3 – Was machen Bibliophile eigentlich: Beschreibt unter Verwendung eines Essay von Karl Wolfskehl den Umgang und die strukturellen Formen der Liebe zu den Büchern.

Heft 4 - Das Bücherdreieck: Sucht mit dem Fantasiespiel des Nachdenkens, die idealen Merkmale eines Buches zu erspüren.

Heft5 - Abschied: Zieht die verlustreiche und traurige aber unausweichliche Bilanz eines Bücherliebhaberlebens.

Heft 6 - Die Versicherung: Ist ein Gedankenspiel von der Werthaltigkeit alter Bücher und ihren existentiellen Folgen.

Heft 7 - Was willst?: Beschäftigt sich mit dem Fazit einer übertriebenen Sammelsucht.

Heft 8 - Glücksschmiede: Spürt der Besessenheit eines Bücherliebhabers nach und erzählt vom Gefühl des Sammlerglücks.

Heft 9- Die Einflüsterer: In einer Villa vereinen ehemalige Bibliothekare Bücher zu einem einfühlsamen Hort der Besinnung.

Heft 10 - Opa Erler: Nach dem Tod seine Frau erkennt Opa Erler an Hand von Büchern und Pflanzen die Geduld einer verborgenen Welt.

Heft 11 - Gernot: Schildert den eigensinnigen Werdegang eines jungen Mannes als Antiquar, Maler und Dichter der plötzlich auf Wanderschaft geht und doch irgendwie im Leben zu spät kommt.

Heft 12 - Hochfeiler: Die letzte Geschichte erzählt davon, wie Friedrich Schillers Gedicht Das Lied von der Glocke in 3510 Meter Höhe stolz zum Erklingen kommt.

Donnerstag, 18. August 2016

Bekenntnis

Bekenntnis einer liebenden Seele

Ist es das wert, ein Buch über die Liebe mit 497 Seiten zu schreiben?

Der Worte darüber sind nie genug, denn jede Seite, jede Zeile und jedes Wort ist voll des Gefühls, das ich für einen bestimmten Menschen, aber auch für Bücher empfinde. Im "Bibliophilen-Abend" sind die Erzählungen über Bücher ebenso Ausdruck eines innigen Gefühls



Die Geschlechter

Ist dies nicht ein frevles Schicksalswalten,
Menschtum in zwei Teile zu zerspalten?

In zwei blut’ge Hälften zu zerreißen?
Eine Mann, die andre Weib zu heißen?

Beid‘ erfüllt von heißem Sehnsuchtsdrange,
Sich zu finden auf des Lebens Gange,

Ich dem Ich zum Opfergab‘ zu bringen? –
Ach, wie wenigen, wenigen mags‘ gelingen,

Ohne Losung, Fährten oder Spuren
Sich zu finden auf des Lebens Fluren!

Sel’ge Kindheit, die nicht kennt die Wirren,
Nicht der Liebe grausam töricht Irren!

Sel’ge Blume, die nichts weiß vom Fluche
Lebenslanger und vergebner Suche!

Christian Wagner (1835-1918)


wie in den Geschichten des Bandes "Die Geschlechter" mein Empfinden gegenüber meiner Frau ihren einfühlsamen Ausdruck findet.
Es gab diesbezüglich noch mehr Projekte mit "125 Grad", in dem von sonderlichen Verlustängsten die Rede ist und "Das Alphabet der Fantasie", in dessen Text dem Nachdenken über Fantasien Bilder einverleibt sind. Beide Bücher wurden jedoch nicht lektoriert und schlummern in meiner Manuskriptschublade.
Nun habe ich versucht, und es wird mein nächstes Buch ("Kaleidoskop einer Leidenschaft") sein, die Facetten meiner Liebe zu den Büchern einzufangen. Diese Mal bleibt zu hoffen, dass mein Anliegen das Herz eines Verlegers und dann die Herzen der Leser erreicht.
Neue Gedanken öffnen sich bereits, die Facetten der Liebe unter den Menschen zu ergründen, vielleicht ist dies ein lohnenswertes Vorhaben, wer weiß das schon.

Dienstag, 9. August 2016

Werkstattnotizen - 17

Die Einflüsterer - Auszug einer Erzählung über die Welt der Bücher

"...In der Mitte standen dreizehn Stühle zur Versammlung angeordnet. Die Raumdecke darüber war als Kuppel geformt und mit religiösen Motiven versehen. Ein Fensterband unter dem Gewölbe brachte das nötige Licht in den Raum.


Christian konnte in diesem Augenblick nicht der Versuchung widerstehen und setzte sich auf einen der Stühle im Kreisrund zur Ruhe. Eine gespenstische Stimmung umfing seine Aufmerksamkeit und er spürte eine seltsame tiefgründige Entspannung, die von dem Voluminösen dieser Örtlichkeit und den ihn umgebenden Büchern ausging. Bewunderung über die Ausstattung und Gestaltung durchströmte sein Bewusstsein, und als sei augenblicklich eine Tür geöffnet worden, nahm er ein wie aus vielzähligen Kehlen verursachtes Flüstern wahr. Minute um Minute ließ Christian den Eindruck auf sich wirken, der von Ehrfurcht und geistiger Sammlung sprühte. Wie lange er in dieser andachtsvollen Pose gesessen hatte, vermochte er im Nachhinein nicht einzuschätzen, als er plötzlich eine Stimme hinter sich vernahm."

Dienstag, 2. August 2016

Kommentar

Kommentar zu einem Artikel aus der FAZ über den Untergang der Altbuchkultur

Mit Bestürzung habe ich im Pirckheimer-Blog den Abdruck eines Artikels aus der F.A.Z. „Altbücherland ist abgebrannt“ gelesen. Die Dramatik auf dem Gebiet des Altbuch-Verkaufs über die Antiquariate und damit der Geschäfte selber ist wohl kaum mehr zu überbieten. Das Verhältnis des Bildungsbürgertums, wie es so treffend im Artikel bezeichnet wird, zum Lesen und zu den Büchern im Speziellen hat sich schon seit langem zu einer traurigen Tendenz entwickelt, deren katastrophale Auswirkungen auf die Buchbranche im Grunde genommen absehbar waren. Selbst durch einen bevorstehenden Umzug besorgt, hatte ich einem auf alte Zeitschriften spezialisierten Antiquariat einige alte Jahrgänge früher begehrter Periodika angeboten. Die Rückantwort machte betroffen, denn was man noch vor geraumer Zeit liebend gerne angekauft hätte, fiel dem Verzicht zum Opfer, dass man keine Abnehmer für derartige Zeugen der Buchkultur mehr fände. Selbst namhafte Verlage distanzierten sich von meinem, nach ihren Einschätzungen reizvollen und unterhaltsamen Buchprojekt „Bibliophilen-Abend“ und versagten aus marktspezifischen Gründen ihre Bereitschaft zur Veröffentlichung.
Die Bibliophilie scheint den Weg ins Vergessen zu nehmen, denn das gesellschaftliche Leben wird zunehmend von der digitalen Welt dominiert, die ihre Nutzer den Zugriff auf alles Wissenswerte in leichter und verführerischer Manier bereit stellt. Da bedarf es nicht mehr vielem Nachdenken, wenn Menüs die Führung übernehmen. Es fehlt ohnehin an Zeit zum Lesen, da sich die Informationen täglich überschlagen. Auf diese Weise werden Menschen geformt und beeinflussbar gemacht, das zu tun, was die Bilderwelt über ihre zahlreichen Zugangswege bereit stellt.
Soweit zu den Vorbemerkungen meines Anliegens, das darin besteht, dass die wenigen verbliebenen Bücherliebhaber einmal darüber nachdenken, wie man derartigen Entwicklungen wirkungsvoll begegnen kann. Leider kann ich im Programm des nächsten Jahrestreffens der Pirckheimer keinen derartigen Tagespunkt erkennen, wo man sich den Entwicklungen auf dem Altbuchmarkt annimmt. Meines Erachtens ist es an der Zeit, vielleicht sogar höchste Zeit, dass die Bibliophilie aus ihrer Kemenate hervor kommt und Interessenten der breiten Masse der Bevölkerung zugänglich gemacht wird. Ich habe das bei Lesungen aus meinem o.g. Buch verspürt, dass man im Bibliophilen etwas Elitäres sieht, wenn man überhaupt wusste, was ein solcher darstellt. Um das zu ändern bedarf es öffentlicher Auftritte und attraktiver Publikationen, die mehr sind als Selbstdarstellungen. Wie kann man das erreichen? Eine Lösung vermag auch ich nicht aus der Tasche zu ziehen, aber mit gemeinsamen Überlegungen und der Einsicht, das Änderungen im Auftritt von Nöten sind, sollte es gelingen, dass ein Bibliophilen-Abend öffentliches und nicht nur das Interesse einiger weniger findet. An dieser Stelle erinnere ich mich wieder des Ausspruchs eines berühmten Zeitgenossen, der mir am Telefon sagte, „Was machen die Pirckheimer eigentlich?“, was ich zum Anlass meiner Erzählung aus der Welt der Bücher „Was machen Bibliophile eigentlich“ genommen habe. Bemerkenswert ist, dass trotz einer überaus positiven Rezension über den Essay aus berufenem Munde kein Pirckheimer das Heft bestellte, weil entweder der Blog nicht gelesen wurde oder die Selbstgenügsamkeit so tief verwurzelt ist, dass nichts, auch keine Frage das Befinden mit Neugier erschüttern kann. Und das ist genau der Punkt, Neugier und Veränderung zulassen und ergreifen, will man unter den Wellen einer Marktwirtschaft und des Fortschritts nicht ertrinken. Ich glaube nicht, dass ein Horten von Buchbeständen mit Zimelien eines Tages zum Erfolg führt, das Verhältnis zur Ware Buch hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert, unter anderem deshalb, weil die gesellschaftlichen Errungenschaften den Menschen in seiner Einstellung zu den Werten vereinfacht und verändert haben. Der flüchtige Genuss ist das Maß aller Dinge geworden, vergleichbar einer Kreuzfahrt in zehn Tagen in fünf Länder und acht Städte. Da hat das alte wertvolle Buch kaum eine Chance zur Entfaltung, es sei denn, es wird neu entdeckt.