Mittwoch, 21. September 2016

Gedanken - 2

Eine Gesellschaft in der Krise

Unsere Wirtschaft betreibt einen gnadenlosen Kampf mit schier unübersichtlichen Angeboten um ihre Kunden und Verbraucher. Was in immer schnelleren und namenloseren Produktionsprozessen fabriziert wird muss auf Gedeih und Verderb zum Verkauf an einen Konsumenten gebracht werden. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um Gebrauchs- und Verbrauchsgüter oder pharmazeutische Produkte handelt. Wichtig allein ist ein vorgegaukelter Wille, der dem Menschen vermittels einer gigantischen Medienmaschinerie Genuss und Zufriedenheit einflößt.
Jeder kann in dieser demokratischen Gesellschaft seine Meinung sagen oder gar Bücher schreiben, nur es interessiert niemanden, es sei denn, man hat sich einen Namen gemacht, vielleicht durch politische Bündnisse, Empfehlungen oder Karriereglück, dann nimmt die politische Öffentlichkeit Kenntnis davon und bewertet eine Aussage wiederum nur nach ihrer Interessenlage.
Wir Menschlein sind die kleinen Fische in einem Haifischbecken geworden, in welches von Magnaten ein paar Brösel geworfen, dass die zum Fraß vorgesehenen Fischlein vorher noch zufrieden gemästet werden.
Eines nur der vielen Beispiele zur Schieflage der westlichen Wirtschaftswelt, von der, dank zahlreicher Errungenschaften, inzwischen auch die übrigen Länder immer konkreter Kenntnis erhalten, ist die Pharmazie. Die Forschungsabteilungen wetteifern mit ihren Mitteln und Methoden um das Lebensalter der Menschen, dass sie werden wie einst der sagenhafte Methusalem. Während der Mensch in ein paar Jahren bald mit sagen wir Neunzig Jahren ausschaut wie ein Fünfzigjähriger, verfault im Inneren sein Organismus. Vom Kopf ganz zu schweigen, denn seit Jahren übernimmt die Automatisierung all seine Denk- und Lenkungsprozesse, so dass ihn menügeführte Algorithmen auf die Grundidee der Digitalisierung zu einem ausreichend lapidaren ja oder nein zurückführen. Der Mensch ist von Natur nicht gemacht, dass sein Organismus über Gebühr funktioniert und er muss vergehen wie jede Pflanze und jedes Tier auch. Was die Pharmazie zu ihren finanziellen Gunsten erreicht ist, eine Langlebigkeit, die eine steigende Zahl von pflegebedürftigen Menschen erzeugt. Und das wiederum kann nicht mehr bezahlt werden. Krankenversicherungsbeiträge explodieren und kürzen die Rente, was die Mehrzahl der Ruheständler dadurch zu Almosenempfänger macht oder zur Nebenbeschäftigung zwingt.
Ein Schelm, der bei unserer Flüchtlingspolitik daran denkt, dass Menschen aus fernen Ländern, auch willkommene Konsumenten sind.

Montag, 12. September 2016

Werkstattnotizen - 21


                               Exposé
         Das Vermächtnis der Bücher

Der erweiterte Text zum Vermächtnis der Bücher erscheint als teilweise inhaltlich veränderter neuer dritter Band des "Bibliophilen-Abend." Das Cover wird beibehalten, jedoch nun nicht mehr als Sonderdruck im Querformat, sondern wie die ersten beiden Bände auch, im Oktav. Die Geschichte ist eine spannende Auslegung zum Vermächtnis der Bücher.

Die Handlung spielt in einem Kloster Anfang des 19. Jahrhunderts, wo seltsame Ereignisse passieren, die zum einen nach der Verwendung eines Buches die plötzliche Erblindung eines Bibliothekars und zum anderen den rätselhaften Tod eines weiteren  zur Folge haben. Beide Bibliothekare hatten zuvor eine Begegnung mit dem Geist der Bücher, der als eine Erscheinung unter den Büchern auftaucht und ein Vermächtnis weissagt, das Begnadeten ein Gespür für die Seele und Herzen der Menschen verleiht. Calvin, der zweite zu Tode gekommene Bibliothekar, hatte in seiner Jugend eine flüchtige Liaison mit einer Zigeunerin aus deren Beziehung ohne Wissen des Klosterbruders der Junge Benjamin hervorgeht. Dieser erscheint Jahre später vor den Toren des Klosters und erbittet seine Aufnahme. Calvin, der den Knaben nicht erkennt, stellt den Neuankömmling als Bibliotheksgehilfen ein und lässt ihn ausbilden. Dann wird der Bibliothekar Calvin plötzlich ermordet und ein Verdacht fällt auf den Jungen, der sich zuvor heimlich mit Handelsgeschäften außerhalb des Klosters Geld verschafft hatte. Der Prior Gottlieb stellt Bejamin zur Rede und erfährt von dessen Unschuld und Calvins Geschichte. Zudem erhärtet sich für den Prior der Verdacht, dass beide Todesfälle in einem seltsamen Zusammenhang stehen. Er ahnt indes nicht, dass insgeheim auch das Vermächtnis der Bücher mit diesen Umständen zu tun hat. Über eine Verkettung von zufälligen Umständen wird schließlich der ....................... als Mörder beider Bibliothekare enttarnt. Zu seiner Verteidigung bringt er einen Eigennutz zur Sprache, der mit einfacher Lebensweise und dem Wasser zu tun hat, was seine Tat in ein Licht verletzter Eitelkeit stellt.

Mittwoch, 7. September 2016

Werkstattnotizen - 20

Das Vermächtnis der Bücher

Meine Kloster - Erzählung "Das Vermächtnis der Bücher" ist noch einmal zum Leben erwacht, weil noch etwas hinzugefügt und aufgeklärt werden muss. Denn noch immer ist der Mörder von Pater Calvin nicht enttarnt. Zudem entdeckt der Bibliotheksgehilfe Benjamin Aufzeichnungen des Ermordeten, die dem Vermächtnis der Bücher weitreichende Bedeutung verleihen und ihn selbst in höchste Gefahr bringen.


Wie ein Leser dieses Buches, d. h. der ersten beiden Teile, bescheinigte, weht ein Hauch von Eco's "Der Name der Rose" durch die Seiten. Nunmehr folgt noch ein dritter Teil im Buch, der Aufklärung nicht nur des Mordfalles sondern auch über das eigentliche Vermächtnis der Bücher gibt. Der Leser darf gespannt sein.

Freitag, 2. September 2016

Gedanken

Eingebucht

Gustav Freytag formuliert in "Die verlorene Handschrift" bemerkenswerte Absätze über Bücher, die nach meinem Dafürhalten in jedes Schul-Lesebuch gehörten:
"Die hier stehen, sind doch nur ein unendlich kleiner Teil der Bücher, welche je gedruckt wurden. Denn seit sie erfunden sind, liegt in ihnen fast alles, was wir wissen und Bildung nennen. Aber das ist es nicht allein" fuhr er(Prof. Felix Werner)geheimnisvoll fort, "wenige denken daran, daß ein Buch mehr ist als ein Werk des schaffenden Geistes, das er von sich absendet, wie der Tischler einen bestellten Sessel. Zwar an jedem Menschenwerk bleibt etwas von der Seele des Menschen hängen, der es anfertigt. Das Buch aber schließt zwischen seinen Deckeln in Wahrheit den Geist des Menschen ein. Was ein Mann für andere bedeutet, der beste Teil seines Lebens, bleibt in dieser Form für die nächsten Geschlechter, vielleicht bis in ferne Zukunft. Sowohl die, welche ein gutes Buch schreiben, als auch solche, deren Leben und Tun im Buche dargestellt wird, sie beharren in der Tat lebendig unter uns. Wir verkehren mit ihnen als mit Freunden und Gegnern, wir bewundern und bekämpfen, wir lieben und verabscheuen sie nicht weniger, als wenn sie leibhaftig unter uns weilten. Der Menschengeist, der zwischen solche Deckel eingeschlossen ist, wird dadurch auf Erden unvergänglich, und deshalb dürfen wir sagen, im Buche dauert das geistige Leben des einzelnen, und nur der Geist, welcher eingebucht wird, hat sichere Dauer auf Erden." Und weiter:"... Aber alle Bücher, die geschrieben wurden, vom ältesten bis zum jüngsten, stehen in einem geheimnisvollen Zusammenhang. Denn sieh, keiner, der ein Buch geschrieben, ist durch sich selbst geworden, was er ist, jeder steht auf den Schultern seiner Vorgänger. Alles, was vor ihm geschaffen wurde, hat irgendwie dazu geholfen, ihm Leben und Geist zu bilden."
Das ist, was ich sagen wollte mit all meinen Geschichten über die Bücher.