Dienstag, 8. Mai 2018

Werkstattnotizen - 30

Zweites Buch
Kapitel 5 - Hugo Saar, Auf- und Abstieg einer Karriere

17. Juli 2018

Und so geschah es eines Tages, dass Hugo das Büro des Ortsvorstehers der Meinpartei betrat, um dort wegen seiner Mitgliedschaft vorzusprechen.

Kapitel 4 - Das Phänomen der fliegenden Gedanken

15. Juli 2018

Der Abschluss des 4. Kapitels erläutert die spannende Frage, wie das Gedankenlesen zwischen Mann und Frau seine Fäden spinnt.
„Wissen sie“ sagte Caspar, „was mich über Frauen einmal zu wissen drängt, auf welche Weise kommen ihnen die Begehrlichkeiten von uns Männern zu Bewusstsein. Sind es auch die fliegenden Gedanken, die ihnen unseren Willen zutragen oder was empfinden sie, wenn mein Blick ihre Beine streift?“
Barbara schenkte Caspar ein verständnisvolles Lächeln ehe sie ...

12. Juli 2018
Der Teil 1 steht kurz vor seinem Abschluss und den Teilnehmern wurde von Lion das Außerordentliche der Schule der Gedanken preisgegeben. Es wurden daraufhin Parallelen in der Geschichte gefunden, wie sie von einen Standpunkt betrachtet werden, der ein gänzlich neues Licht auf den Untergang der Kulturen im alten Ägypten oder der der Maya wirft.
"...Die Kulturen im alten Ägypten oder vielleicht auch jene der Mayas in Mexico sind möglicher Weise auch aus eben diesem Grund dem Untergang anheimgefallen.“
„Das ist aber eine gewagte Vermutung“ ließ sich als Erster Caspar vernehmen, „Denn die wissenschaftliche Forschung hat etwas anderes ergeben. In Ägypten sollen entweder Machtkämpfe nach dem Tod eines Pharaos den Untergang bewirkt haben, während andere Quellen von einer verheerenden Hungersnot durch das Austrocknen des Nils berichten. Auch bei den Mayas werden feindliche Invasionen als Grund für den Untergang des Reiches angeführt und ebenso wie in Ägypten ein über Jahrzehnte anhaltender Klimawechsel in Erwägung gezogen.“

22. Juni 2018

Lion gibt seinen Gästen etwas preis:
„Auch Einstein hat“ erklärte Lion, „als er auf dem Weg zur Entdeckung der Relativitätstheorie war, mit der rigorosen Verneinung der Annahme von Lorentz, als er einen Äther zur Erklärung physikalischer Gesetzmäßigkeiten schuf, einen neuen Weg des Denkens beschritten. Ziel unserer Schule der Gedanken soll es sein, einen ähnlichen Umschwung bei der Betrachtungsweise unserer Umwelt zu erreichen. Die alteingefahrenen Gedankengänge um Reichtum, Besitz und Gier sind zur Erhaltung der menschlichen Gesellschaft nicht mehr förderlich. Es braucht eine neue Herangehensweise an den Fortschritt, will die Evolution von Nutzen für die Menschheit sein.“

Kapitel 3 - Session

21.Juni 2018

Vom Ende des dritten Kapitels, das noch eine neue Überschrift erhalten hat

Denn Gedanken können Gefühle transportieren und Handlungen sensibilisieren. Ich will ihnen dazu ein Beispiel geben. Stellen sie sich zwei Personen vor, die jeder eine drei Meter lange Glasstange durch eine Tür und ein enges Treppenhaus tragen. Die geringste Unvorsichtigkeit durch Anstoßen an der Türlaibung oder den Wänden würde den Stab zerbrechen. ...

15.Juni 2018

In Anlehnung einer heutige Leserzuschrift an die Sächsische Zeitung zu Peter Schreier:
Ein Auszug aus dem aktuellen Projekt - Kapitel 3

„Dem würde ich nicht vollumfänglich zustimmen“ widersprach Caspar, „denn obgleich wegen der Kontakte vieles dafürspricht, sind Kontakte allein nicht ausschlaggebend für das geistige Niveau eines Menschen. Nehmen wir nur einmal einen Eremiten an, der jahrelang allein in den Bergen lebt, wie man es zum Beispiel dem Buddha oder dem Christophorus nachgesagt hat, die in ihrer Einsamkeit dem Nachdenken gefrönt und allein daraus tiefgründigere Gedanken hinterlassen haben, als es sich aus den vor ihnen erwähnten Möglichkeiten nachweisen lässt. Liegt da nicht der Verdacht nahe, dass das Gewicht unserer Gedanken aus einem geistigen Vermögen stammt, das sich Nachdenken heißt. Grundbedingungen dafür sind die Konzentration und das Wissen um Zusammenhänge, was nicht damit erlangt werden kann, wenn man sich den lieben langen Tag nur der Unterhaltung widmet. Ich meine damit Unterhaltung im Sinne von Kontakten, Unternehmungen oder sonstigen der Ablenkung dienenden Beschäftigungen. Solcherart sind sie im Zeitgeist immer häufiger anzutreffen und wir brauchen uns nicht zu wundern, dass ein Genie, wie Einstein zum Beispiel eines gewesen ist, immer seltener anzutreffen ist oder die Literatur keinen Thomas Mann, Balzac oder Charles Dickens mehr hervorbringt.

09. Juni 2018

"… bevor ich zum Beispiel auch nur einen Hebel an meinem Kran in Bewegung setze, habe ich darüber nachgedacht, in welche Richtung und zu welchem Zweck ich den Hebel betätige. Tue ich das nicht, besteht die Gefahr, dass der schwere Haken das Werkstück oder gar einen Menschen beschädigt. Also immer erst nachdenken, das heißt, Gedanken für einen Zweck aufbringen, ehe ich ihn zur Tat werden lasse.“
„Dagegen ist nichts einzuwenden“ sagte Lion ruhig und gelassen, „sie sind ein verantwortungsvoller Mensch und nicht von der Idee besessen, dass sich eine Handlung schon irgendwie fügen wird. Und mit Fügen meine ich eine gewisse Gedankenlosigkeit, wie sie sich neuzeitlich unter den Menschen ausbreitet. Aber das ist trotz allem nur die halbe Wahrheit zu meinem Anliegen einer Schule der Gedanken, denn ich will mit ihnen erreichen, dass wir erkennen, wie einflussreich unserer Gedanken auf unsere Umwelt sind. Was wir da unter unserer Schädeldecke tragen ist ein sehr lebendiges Ding, dass unglaublich aufnahmefähig ist und Gutes wie auch Schlimmes bewirken kann. Man sollte sehr sorgsam damit umgehen.“


01. Juni 2018

...welchen Einfluss wohl das Lesen auf die Gedanken der Menschen ausübt und wir bei unseren Gesprächen darauf zu sprechen kommen sollten.“
„Mit den Büchern und dem Lesen verhält es sich wie mit unserer Ernährung“ ließ sich Caspar vernehmen, „denn was und wie wir Essen hat zum Beispiel maßgeblichen Einfluss auf unsere körperliche Konstitution. Unsere Gesundheit speist sich daraus, während der Umgang mit den Büchern unser geistiges Vermögen bestimmt. Sich nur der Unterhaltung zu widmen bildet, wie bei einem Knochenbruch und seiner nachfolgenden Ruhigstellung der betroffenen Gliedmaße, die Muskelkräfte zurück, was im übertragenen Sinne auf unsere mentalen Fähigkeiten zutrifft. Wir sind dann nicht mehr in der Lage weitreichende Entscheidung abzuschätzen und verdingen dafür lieber das Abwarten oder die Delegation. Und um es gleich auf den Punkt zu bringen, die Menschen unserer Zeit delegieren bereits die auftauchenden Probleme um unsere gesellschaftliche Entwicklung auf nachfolgenden Generationen und sie warten zugleich nach dem Motto, es wird schon nicht so schlimm werden, lieber ab, statt notwendige Entscheidungen zur Rettung unserer Welt in der Gegenwart zu treffen.“

28. Mai 18

Der Boden. Nichts ist ständiger vorhanden als Haftung für und auf unserem Erdenrund. Eines kommt ihm dabei gleich und begleitet den Menschen ein Leben lang, das sind seine Gedanken, mit denen er seine Weltenordnung bildet.


Kapitel 2 - Der Lilienstein

23.Mai 18

Marion W. liest vor...‚Beide hatten wir gut getrocknete Gedankenschindeln, an denen wir herumschnitzelten; wir erprobten so unsere Messer und bewunderten gleichzeitig die schöne gelbe Maserung der Kürbiskiefer. So behutsam gingen wir vor, dass wir die Gedankenfische nicht verscheuchten; prachtvoll kamen und gingen sie, wie die Wolken, die am Abendhimmel schweben, und die perlmutterfarben schimmernden Schäfchen, die sich dort bilden und wieder auflösen. So überarbeiteten wir die Mythologie, rundeten da und dort eine Fabel ab und bauten Luftschlösser, für die auf der Erde kein Platz war.‘...

18.05.18

Brigitte N. war indes wenig überrascht, dass sie als erste die Runde verlassen durfte, im Gegenteil, es war ihr ganz lieb, sich nicht um anderer Aufgaben scheren zu müssen. Dann vernahm sie, was sie tun sollte:
„In der Einleitung zu Schule der Gedanken ging es um die Vorstellung, Kraft derer ein Ereignis zu einem gewünschten Augenblick geführt werden könnte. Suchen sie nach einer jenen, mit deren Hilfe sie ein derartiges Ziel zu erreichen gedenken. Das wird in ihrem Fall möglicher Weise der Einfluss auf eine Person sein. Will sagen, verbiegen sie etwas, dass ihnen im Grunde genommen unmöglich erscheint.“

16.05.18

Mancher möge sich fragen, was will der Autor mit dieser Geschichte über eine Schule der Gedanken:

Ein Buch für keinen und jeden.

Noch wird der Plot nicht verraten, nur soviel, manchmal muss man seinen Standort verändern, soll Herkömmliches gegen Neues vertauscht werden.



08. Mai. 2018

Die Auserwählten treffen sich unterhalb des Lilienstein zu ihrer ersten Session.

Marion W. trifft auf Lion:
„Wie ich höre Frau Wohlebe wird es eine spannende Zeit, die uns in den nächsten Stunden bevorsteht. Die Bemerkung von Schopenhauer stammt aus dem Kapitel über das Selbstdenken, wie ich mich erinnere. Und er behauptet darin, dass das viele Lesen dem Geiste die Elastizität, wie sie ein fortlaufendes drückendes Gewicht einer Springfeder nimmt. Und weiter, um keine eigenen Gedanken haben zu müssen, wäre das Lesen das sicherste Mittel, in jeder freien Minute ein Buch zur Hand zu nehmen. Das ließe sich, wenn ich das so sagen darf, auf viele Handlungen der heutigen Menschen erweitern.“

Bei Schopenhauer gefunden:
Der ganze Jammer der heutigen Literatur in und außerhalb von Deutschland hat zur Wurzel das Geldverdienen durch Bücherschreiben. Jeder, der Geld braucht, setzt sich hin und schreibt ein Buch, und das Publikum ist so dumm, es zu kaufen. (Aus Paralipomena, Über Schriftstellerei und Stil)